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RWJ 03/2013: Neue US-Studie zum Einfluss von Katzen auf Wildtiere

Hauskatzen gefährden die Artenvielfalt

„Katzen sind für die Artenvielfalt gefährlicher als Pestizide“, zu diesem vernichtenden Ergebnis kommt eine aktuelle US-Studie, die jetzt im Fachmagazin Nature Communications erschien. DJV-Pressesprecher Torsten Reinwald appellierte daher an Katzenbesitzer, jederzeit Verantwortung zu zeigen für ihr Haustier, es zu füttern, zu versorgen und in der Ferienzeit nicht auszusetzen.

 

Tierschutzverbände schätzen, dass es in Deutschland neben „Ferienstreunern“ mehr als zwei Mio. gänzlich verwilderte Katzen gibt. Allein diese erbeuten nach DJV-Hochrechnungen jährlich etwa sechs Millionen Singvögel in Deutschland.

 

Der US-Studie zufolge töten allein in den USA Katzen bis zu 3,7 Mrd. Vögel sowie 20,7 Mrd. kleine Säuger. Die Ergebnisse übersteigen alle bisher getroffenen Annahmen, sie liegen auch über der angenommenen Sterblichkeitsrate durch menschliche Einflüsse wie durch Zusammenstöße mit Fenstern, Gebäuden, Funktürmen, Fahrzeugen und Verschmutzung durch Pestizide.

 

Bei einzelnen Untersuchungen kamen auf eine freilaufende Katze 200 getötete kleine Säugetiere pro Jahr. Ginge man nur von 100 getöteten Kleinsäugern pro Katze und einer Population von 30 bis 80 Mio. frei laufender Katzen aus, hieße das, dass 3 bis 8 Mrd. Kleinsäuger allein in den USA durch sie zu Tode kommen.

 

Anlass der Studie war das oft verwendete „Totschlag-Argument“, wonach der Einfluss frei laufender Katzen im Vergleich zur Zerstörung von Lebensräumen zu vernachlässigen sei. Doch laut Weltnaturschutzunion IUCN zählen Haus­katzen zu den 100 gefährlichsten nicht-heimischen invasiven Arten. Sie tragen zur Gefährdung von Vogel-, Säugetier- und Reptilienarten bei, die auf der Roten Liste bedrohter Arten stehen.

 

Auch in Deutschland lebt in rund 10 Mio. Haushalten mindestens eine Katze, hinzu kommen schätzungsweise zwei Millionen verwilderte Tiere.

 

Die amerikanische Studie kommt zum Schluss, dass der Einfluss von Hauskatzen auf heimische Wildtiere reguliert werden muss. In Deutschland gibt es schon erste Ansätze: Einige Städte folgten dem Vorreitermodell Paderborns und führten eine Kastrationspflicht ein, in Verden und Hildesheim müssen Katzen außerdem einen Chip tragen, um leichter ihrem Besitzer zugeordnet werden zukönnen.

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