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RWJ 08/2014: DJV fordert Positivliste für Zwischenfruchtanbau

EU-Agrarreform gemeinsam gestalten

Die Umsetzung der EU-Agrarreform in deutsches Recht bewertet der DJV als verbesserungswürdig. Über eine Liste müssten umgehend per Verordnung Zwischenfrüchte für ökologische Vorrangflächen bestimmt werden, deren Ernte nicht mit der Brut- und Setzzeit zusammenfällt.

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Foto: Rolfes/DJV

„Ökologische Vorrangflächen dürfen nicht zum Risiko für Wildtiere werden“, sagte DJV-Vizepräsident Dr. Volker Böhning. Überlegungen der Bundesregierung, etwa Wickroggen als ökologische Vorrangfläche anzuerkennen, könnten zu Konflikten führen, wenn die Ernte zur Brut- und Setzzeit im Mai/Juni stattfinden würde. Untersuchungen aus Niedersachsen zeigen, dass besonders in Saumbereichen von Grünroggen Hase, Rebhuhn, Schafstelze oder Feldlerche Junge großziehen.

 

Positiv bewertet der DJV bei der Umsetzung der EU-Agrarreform sog. Flächen im Umweltinteresse wie Pufferstreifen. „Jäger und Landwirte haben die Chance, wirtschaftlich weniger interessante Anbauflächen gemeinsam in ökologisch hochwertige Habitate umzuwandeln“, betont Dr. Böhning. Pufferstreifen eigneten sich etwa für Schattenwurfflächen am Waldrand oder entlang von Wasserläufen. Der DJV begrüßt den hohen Gewichtungsfaktor von 1,5 für Pufferstreifen – ein Quadratmeter tatsächlich angelegter Streifen entspricht zur Berechnung 1,5 Quadratmetern ökologischer Vorrangfläche. Das mache Pufferstreifen attraktiv für Landwirte, so Dr. Böhning.

 

Der Dachverband der Jäger bedauert ausdrücklich, dass bei der Umsetzung der EU-Agrarreform in Deutschland die Vorschläge der Jäger kaum Berücksichtigung fanden. Ein Vorschlag lautete, dass Landwirte bereits bestehende Agrarumweltprogramme wie Blühstreifen als ökologische Vorrangfläche anrechnen lassen können. Der DJV hatte sich weiterhin für ein produktionsintegriertes Greening eingesetzt. Demnach wäre die Nutzung ökologischer Vorrangflächen wie Blühstreifen zur Biogasproduktion möglich gewesen, was die Attraktivität für Landwirte gesteigert hätte (Ernte erst nach der Brut- und Setzzeit).

 

Der DJV fordert Bund und Länder auf, Risiken für Wildtiere bei der Anlage ökologischer Vorrangflächen in der noch ausstehenden Verordnung zu minimieren.

 

Positives im Überblick

  • Genehmigungs- und Ausgleichspflicht verbessert den Schutz von Dauergrünland
  • landwirtschaftl. Betriebe mit über 30 ha Anbaufläche müssen für volle Prämien künftig drei verschiedene Kulturen anbauen, Biogasanlagenbetreiber müssen neben Mais zwei weitere Kulturen anbauen (Hauptkultur max. 75 Prozent).
  • Landwirte werden verpflichtet, ab 15 ha Ackerfläche auf mind. fünf Prozent sog. Flächen im Umweltinteresse (ökologische Vorrangflächen) wie Zwischenfrüchte, Agroforstflächen, Feldgehölze oder Pufferstreifen einzurichten.

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