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RWJ 06/2015: Resolutionen künftig partnerschaftlich entwickeln

DJV und DFO gegen Totalverbot des Habichtkorbs

Deutschland (NABU) veröffentlichten Resolution zur illegalen Verfolgung von Greifvögeln in Deutschland werden einige Forderungen gestellt, die der Deutsche Falkenorden (DFO) und der Deutsche Jagdverband (DJV) ablehnen.

habichtsfreilassung seifert

Sylvia Urbaniak, Leiterin der Greifvogel­auffangstation (www.greifvogelhilfe.de), lässt einen verunfallten Habicht nach der Genesung frei.

Auf einer Fachtagung Ende Februar 2015 vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) und NABU zum Vogel des Jahres (2015: Habicht) legte der NABU einen fertig ausformulierten Resolutionstext aus, den jeder Tagungsteilnehmer unterschreiben sollte. Darin enthalten war die Forderung nach einem Verbot des Verkaufs und Besitzes von Habichtfangkörben und ähnlichen Fallen. DFO- und DJV-Vertreter wiesen während der Tagung eindringlich auf die Unsinnigkeit einer solchen Forderung hin. Beide Verbände rufen dazu auf, künftig Resolutionen und andere Veröffentlichungen zum Greifvogelschutz partnerschaftlich zu entwickeln, und zwar wissensbasiert und praxisorientiert.

DFO- und DJV-Position zum Verbot des Habichtkorbes

Der Einsatz des Habichtkorbs ist bereits heute durch das Bundesjagdgesetz (§19, Abs. 1 Ziff. 5b) verboten. Zuwiderhandlungen ziehen Geldbußen bis 5.000 € nach sich.

 

Legale, ausnahmsweise Einsätze von Habichtfangkörben sind bereits heute nur bei vorheriger Genehmigung der zuständigen Behörde statthaft.

 

Ein deutschlandweites Verkaufs- und Besitzverbot ist nicht kontrollierbar, da Hersteller aus dem EU-Ausland diese Fangeinrichtungen im Internet anbieten.

 

Ähnliche Fangeinrichtungen lassen sich einfach und unkontrollierbar selbst herstellen. Ein Verbot des Korbes wäre damit weitgehend wirkungslos.

 

Die Forschung wäre von einem konsequent durchgeführten Verbot gleichermaßen betroffen und würde in nicht tolerierbarem Maße eingeschränkt.

 

Der Habichtkorb stellt für Falkner ein unverzichtbares Instrument dar, um entflogener Beizvögel wieder habhaft zu werden.Im Einzelfall kann auch aus Artenschutzgründen oder zur Verhinderung wirtschaftlicher Schäden (z. B. bei Hausgeflügel) die Verwendung eines Habichtkorbs notwendig sein.

 

DFO und DJV halten es für zielführender, den bestehenden Rechtsrahmen vollumfänglich auszuschöpfen, für aktive Aufklärung innerhalb der Zielgruppen zu sorgen und Maßnahmen zu ergreifen, die einen Stopp des Verlustes der Artenvielfalt in der Feldflur als Lebensgrundlage für Arten wie den Habicht nach sich ziehen. Zudem verweisen die Verbände auf die DFO-Stellungnahme zur Forderung nach einem Aushorstungsverbot von Junghabichten zu Beizjagdzwecken und die gemeinsame Pressemeldung von DFO und DJV zur Wahl des Habichts zum Vogel des Jahres 2015.

 

Hans-Albrecht Hewicker, DFO
Torsten Reinwald, DJV


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