Seite 1

RWJ 12/2015: Hundeausbildung zur Saujagd

10 Jahre Kompetenzgruppe Saugatter

Die „Kompetenzgruppe Schwarzwildgatter“ feiert 10-jähriges Bestehen. Gegründet hat sich das Expertengremium in Brandenburg. Inzwischen gibt es bundesweit 16 Gatter in acht Bundesländern zur Ausbildung von Jagdhunden zur Saujagd.

 

sau-djv-rolfes

Foto: Rolfes/DJV

Knapp 22 000 Hunde absolvierten diese Ausbildung bereits. „Die Hunde müssen lernen, Wildschweine schnell aufzufinden, sie aus dem Gestrüpp zu treiben und dabei dennoch einen respektablen Abstand einzuhalten“, sagt Prof. Dr. Wunderlich, Vorsitzender der „Kompetenzgruppe Schwarzwildgatter“. Oberstes Ziel der Ausbildung sei es, eine tierschutzgerechte Wildschweinjagd zu gewährleisten. 

 

Der DJV begrüßt die praxisnahe und kompetente Jagdhundeausbildung in den Gattern. Ähnlich einem Freigehege leben in solchen Gattern zahme, handaufgezogene Wildschweine. Großzügiger Auslauf, Ruhezonen und viel naturnahe Vegetation sind Grundlage einer artgerechten Haltung. Gattermeister vor Ort bestimmen den Übungsablauf und achten auf eine möglichst stressfreie Ausbildung. So darf beispielsweise nur ein Hund für maximal 15 Minuten pro Praxiseinheit zu den handzahmen Wildschweinen ins Gatter. Untersuchungen der Tierärztlichen Hochschule Hannover haben gezeigt, dass die Stresswerte im Speichel der Wildschweine vor und nach einer Übung nicht signifikant abweichen. 

 

Gut ausgebildete Jagdhunde werden immer wichtiger zur Jagd auf Wildschweine, besonders bei Bewegungsjagden im Winterhalbjahr: Jährlich wächst deren Bestand um bis zu 300 Prozent. Sie profitieren europaweit von immer milderen Wintern und dem vermehrten Anbau von Energiepflanzen wie Mais und Raps. Schäden auf landwirtschaftlichen Flächen, in städtischen Vorgärten oder in Naturschutzgebieten sind die Folge.

 

Aktiv nur für Mitglieder!

Bitte melden Sie sich an, oder werden Sie Mitglied.