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RWJ 09/2018: Jägerschaft Bonn und Landesjagdverband NRW trauern

Zum Tod von Norbert Happ

Am 25. Juli verstarb im Alter von 80 Jahren überraschend Norbert Happ. Seine Auszeichnungen reichten von LJVSilber, LJV-Ehrennadel, DJV-Silber und Rheinlandtaler bis zum Bundesverdienstkreuz.

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Lutz Schorn (Vors. Jägerschaft Bonn) hatte das große Glück und Vergnügen, vor über 30 Jahren ein Schülerpraktikum bei Norbert Happ im heimischen Kottenforst abzuleisten – und durfte dabei einen großartigen Menschen, Jäger und Förster kennenlernen. Für ihn bildeten Wald, Wild und Natur immer eine Einheit, mit großem Charisma begei sterte er seine Zuhörer und nahm sie mit.

 

Als Gründungsmitglied des Dam- und Schwarzwildrings Kottenforst Süd war er Ideengeber und Praktiker mit weitreichen dem Blick für das Ganze und zeichnete sich v. a. durch Charakterstärke, Prinzipien treue und Sachverstand aus – Tugenden, die man heute oft vergeblich sucht. Erfolge der Gruppe Süd, die weit über die Grenzen Bonns hinausgehen, sind zum Großteil seinem Engagement zu verdanken, zahlreiche Publikationen und Bücher zum Schwarzwild aus seiner Feder zeugen davon. Aber auch sein ständiger Kampf für Ethik und Kultur gegen den Verfall der jagdlichen Sitten war und ist gerade heute in der schnelllebigen, technisierten Zeit so wichtig – und verlangt nach Berücksichtigung, wenn wir Jäger nicht in die Rolle emotionsloser Vollstrecker eintauchen wollen. Marginales Zeichen seiner jagdlichen Kultur war ganz sicher seine Krawatte, die auf keiner noch so kalten Winterjagd fehlen durfte.

 

Dazu wird auch sein legen därer Hinweis „Man kann den Sonntagsbraten auch mit Fingern statt mit Messer und Gabel verspeisen“ unvergessen bleiben. Die Aussage dahinter: Manches mag ohne Kultur, Anstand und Tradition gehen, aber um wie viel ärmer wäre die Welt – und auch die Jagd ohne sie ! Sich gegen den Zeitgeist zu stemmen und zum Nachdenken anzuregen, ist nicht immer opportun, ja oft anstrengend, doch gerade das war ihm zum Glück besonders in der Rolle als Pensionist Herausforderung und Herzensangelegenheit. Sehr anschaulich unterstrich er dies ein letztes Mal bei der Verleihung der LJV-Ehrennadel auf dem diesjährigen Landesjägertag im Kölner Gürzenich – die Ehrung war ihm zweitrangig, Hauptsache, noch mal in großer Runde ordentlich Dampf ablassen, aufrütteln und jagdlichen Anstand einfordern.

 

Dass man ihm dabei aufmerksam zuhörte, verdankte er seiner brillanten Rhetorik, die jeden noch so ernsten Vortrag zum heiteren Event werden ließ – an dieser Stelle hätte Norbert Happ statt Event allerdings das deutsche Wort Erlebnis verwendet ...

 

Norbert Happ hat uns geprägt !

 

Wir werden versuchen, seinen Geist weiterleben zu lassen, wohl wissend, dass seine Fußstapfen für uns normale Jäger deutlich zu groß sind.

Norbert – wir werden Dich sehr vermissen, unsere Gedanken sind bei Deiner lieben Frau und Deinen Töchtern. Möge der liebe Gott Deiner Familie die nötige Kraft geben, diesen schmerzlichen Verlust zu verkraften. Dir wünschen wir von Herzen, dass Du viele Freunde und Weggefährten im neuen Leben wiedertriffst, sicher hat Deine zweite Lebens gemeinschaft – die Saurotte vom Schönwaldhaus mit der alten Bache – dort oben schon sehnsüchtig auf Dich gewartet !

 

Waidmannsdank, Norbert Happ !

 

Lutz Schorn

Vors. Jägerschaft Bonn

 

Ralph Müller-Schallenberg

Präsident Landesjagdverband NRW

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