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RWJ 05/2016: Rotwild-Skandal in Ostwestfalen

Staatsanwaltschaft stellt Verfahren gegen Förster ein

Wegen zwei Jagden im Herbst 2014 in Lichtenau (PB/s. RWJ 9/2015) waren der Leiter und der Jagdleiter des Regional-Forstamtes Hochstift (Landesbetrieb Wald und Holz NRW) monatelang im Visier der Justiz. Anfang April gab nun die Paderborner Staatsanwaltschaft bekannt, dass das Ermittlungsverfahren eingestellt worden sei.

 

Zur Begründung wurde ausgeführt, es gäbe keinen hinreichenden Tatverdacht für Verstöße gegen das Tierschutzgesetz. Gegen die beiden leitenden Forstbeamten lagen Anzeigen vor, weil das Jagdgebiet bei Lichtenau fast komplett eingezäunt war („eingestelltes Jagen“) und das Wild keine Fluchtmöglichkeit gehabt hätte. Bei der ersten Jagd waren damals sieben Stücke zur Strecke gekommen, bei der zweiten keines.

 

Die etwa 100 Tiere in dem Bestand hätten, so die Staatsanwaltschaft, trotz der Umzäunung genug Fluchtmöglichkeiten gehabt. Den beiden Beschuldigten sei weder bei der Organisation noch bei Durchführung der Jagdveranstaltungen etwas Strafbares nachzuweisen.

 

Wie Klagesteller Rudolf Meier, Revierpächter und Mitglied im erweiterten Vorstand der örtlichen Rotwildhegegemeinschaft, dem RWJ mitteilte, wird gegen die Einstellung des Verfahrens Beschwerde bei der zuständigen Oberstaatsanwaltschaft eingelegt.

 

Der RWJ wird über den weiteren Fortgang berichten.

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