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RWJ 10/2012: Auszeichnung

Lernort-Natur-Preis 2012 geht nach Bochum

Auf dem Landesjägertag wurde der Förderkreis Lernort Natur Bochum und Umgebung für das Projekt Waldpädagogik contra Ritalin mit dem Lernort- Natur-Preis 2012 der Wildtier- und Biotopschutz-Stiftung NRW für besondere Verdienste ausgezeichnet. Den Preis, der mit 2 000 Euro dotiert ist, nahmen Werner Zalisz und Peter Vieres entgegen.

 

Lernort_Natur_Preis_2012

LJV-Präsident Ralph Müller-Schallenberg übergab den Lernort-Natur-Preis 2012 an Werner Zalisz und Peter Vieres (v. l.).

Das Projekt

Der Förderkreis Lernort Natur Bochum und Umgebung hat mit der Walderlebnisschule seit 12 Jahren einen festen Standort, an dem verschiedene Aktivitäten zur Umwelt- und Naturerziehung durchgeführt werden. Schulen, Kindergärten, Vereine, Familienbildungsstätte und andere Gruppen nutzen intensiv die Angebote. Unter den 120 Mitgliedern des Förderkreises sind zertifizierte Landschafts- und Naturführer sowie Waldpädagogen, weitere haben an zahlreichen Lernort-Natur-Fortbildungen teilgenommen, sodass qualifizierte und engagierte Aktive den Teilnehmern die Natur sachgemäß nahebringen. Seit 2010 läuft in Zusammenarbeit mit der Cruismannschule (Bochumer Förderschule), der Ev. Fachhochschule Bochum und der Walderlebnisschule Bochum das sehr aufwändige Projekt Waldpädagogik contra Ritalin, unterstützt von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald.

Dabei geht es darum, bei Kindern, die unter dem Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) leiden, durch gezielte waldpädagogische Maßnahmen die Einnahme des Medikamentes Ritalin möglicherweise zu reduzieren. 2010 führte Peter Vieres, zertifizierter Waldpädagoge im Vorstand des Förderkreises, eine Vorstudie mit Kindern einer Förderschule durch. Die Ergebnisse der Wahrnehmungs- und Konzentrationstests ermutigten zur Fortführung. Dies erfolgte 2011 mit drei Schulen unter Einhaltung wissenschaftlicher Standards. Peter Vieres übertrug dazu sieben Studenten der Fachhochschule die nötigen Voruntersuchungen.

Die waldpädagogische Planung und Umsetzung wurden wieder vom Jäger Peter Vieres durchgeführt, mit besonderem Schwerpunkt auf Sinnesschulung zur spezifischen Sensibilisierung. Bei der Auswertung der letzten Studie konnte ein deutlich verbessertes Sozialverhalten der Probanden im Wald im Vergleich zur Kontrollgruppe beobachtet werden.

Die Studien sind insgesamt positiv zu bewerten, was dazu führte, dass die Fachhochschule, die Cruismannschule und die Walderlebnisschule in Bochum ein ADHS-Netzwerk planen, um Kindern und Jugendlichen, die unter ADHS leiden, auch weiter helfen zu können.

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