Seite 1

RWJ 11/2019: Code of Conduct

Jäger-Kodex für soziale Netzwerke

Jagd ist facettenreich und ein uraltes Handwerk, das wir mit größtmöglicher Verantwortung für Wild, Natur und Gesellschaft ausüben. Die Akzeptanz der Gesellschaft für unser Tun ist wichtig, um die Jagd für Kinder und Enkel zu erhalten.

Jeder Jäger ist Botschafter der Jagd. Filme in sozialen Medien werden von jedem gesehen, deshalb müssen sich Jäger dort angemessen präsentieren. Die Jägersprache ist für uns Zeichen der Kompetenz, Identität und Zugehörigkeit, für nichtjagende Menschen aber nur schwer verständlich. In der Kommunikation schließt sie aus und schafft Distanz. Wer die nichtjagende Bevölkerung informieren will, wählt eine allgemeinverständliche Sprache und achtet auf Ausdruck, Rechtschreibung und Grammatik – auch das zeigt, wer du bist. Gern kann man unsere Begriffe allgemeinverständlich erklären, doch grundsätzlich sollte man zur Außenkommunikation so wenig Jägersprache wie möglich nutzen.

 

Tierschutz ist nicht nur im Grundgesetz verankert, sondern auch Kern einer ethisch begründeten Basis, die wir Waidgerechtigkeit nennen. Jedes Tier hat ein höchstes Maß an Respekt, Verantwortung und Tierschutz verdient.

 

Tod auf Bildern: Der respektvolle Umgang mit Mensch, Tieren als Mitgeschöpf und der Natur sind Grundwerte der Waidgerechtigkeit. Wer den Tod von Tieren zeigt, möge sich darauf besinnen. Als Auswahlgrundsatz stellt man sich folgende Frage: Würdest Du die Aufnahmen einem Freund ohne jagdlichen Hintergrund beim Frühstück zeigen? Bei nicht unbedingt sind soziale Medien kein Ort dafür. Soziale Medien sind weder Schussbuch noch PoesieAlbum – mit veröffentlichten Fotos und Filmen gibt man Nutzungsrechte an Dritte ab, jeder Inhalt kann zu jeder Zeit von jedem geteilt werden, eine Privatsphäre gibt es nicht.

 

Umgang mit Waffen: Für Jäger sind Schusswaffen und Messer Werkzeuge. Du bist Dir der Privilegien bewusst und gehst sensibel und sicherheitsorientiert damit um. Wer sich mit Waffe filmt, sollte bedenken, dass bei uns viele Menschen Waffen skeptisch gegenüberstehen.

 

Umgang mit der Natur: Wir leben in einer dicht besiedelten und zerschnittenen Kulturlandschaft mit vielen menschlichen Nutzungsansprüchen. Jäger nutzen diese Landschaft extensiv und sind Ansprechpartner zum Ausgleich von Interessenskonflikten im ländlichen und urbanen Raum. Wir respektieren andere Nutzer und suchen im Dialog stets die beste Lösung für Wild, Gesellschaft und Natur.

 

Jagd ist gesellschaftliche Verantwortung: Umfragen zeigen eine breite gesellschaftliche Akzeptanz für die Jagd, u. a. wegen der nachhaltigen und schonenden Nutzung natürlicher Ressourcen. Jäger helfen seltenen Arten, sorgen für Vielfalt, verbessern Lebensräume und bejagen Fressfeinde. Außerdem ist Jagd Seuchenprävention und Wildschadenverhütung. Wer sich so gesellschaftlich engagiert, sollte auch diese Zusammenhänge darstellen.

 

Vom Tier zum Lebensmittel: Wir liefern fantastische Lebensmittel u. langlebiges, ethisch hochwertiges Bekleidungsmaterial – mit herausragender Ökobilanz. Wildbret als hervorragendes Lebensmittel ist beste Werbung für die Jagd – wir zeigen so den Weg vom Tier zum Lebensmittel mit maximaler Verantwortung.

 

Tradition: Jagd ist so alt wie die Menschheit. Selbstverständnis und Werte werden von Generation zu Generation übertragen. Diese Tradition pflegst Du, erklärst Außenstehenden unsere Tradition verständlich und bindest sie so ein.

 

Themenvorschläge: Laut einer repräsentativen Umfrage sind Hauptmotive junger Menschen für den Jagdschein der Aufenthalt in der Natur, Naturschutz, Wildbret sowie Ausbildung und Einsatz von Jagdhunden. Allein daraus ergibt sich eine breite Themenvielfalt: So eignen sich Wildtierbeobachtung, Ansitze, Biotopund Revierarbeiten, Wildbret grillen, Kochen und der Einsatz von Hunden, um über die Jagd aufzuklären.

Aktiv nur für Mitglieder!

Bitte melden Sie sich an, oder werden Sie Mitglied.