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RWJ 01/2021: Tierkrankheiten

Fledermaustollwut in Lippe nachgewiesen

Bei einer Breitflügelfledermaus in Lippe wurde die Fledermaustollwut festgestellt. Das Tier war im Chemischen- und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) in Detmold zur Untersuchung abgegeben worden.

fledermaus danatentis pixabay id11595

Dabei war unklar, ob es noch lebte. Es lag auf dem Rücken und zeigte keine Lebenszeichen. Bei einer leichten Berührung reagierte es jedoch plötzlich mit ausgeprägtem Abwehrverhalten und weit aufgerissenem Maul. Daraufhin wurde das Tier eingeschläfert und das Gehirn anschließend virologisch und histo-pathologisch untersucht.

 

Erster Nachweis in OWL

Dabei ließ sich die Tollwutinfektion nachweisen. Zur Bestätigung und Differenzierung wurde Organmaterial an das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) weitergeleitet. Das Labor identifizierte das Virus als European Bat Lyssa Virus 1 (EBLV-1). Damit wurde erstmalig der Nachweis von Fledermaustollwut, die in NRW nur selten nachgewiesen wird, in OWL erbracht.

 

Die bekannteste Form der Tollwut ist die klassische Tollwut, deren Verbreitung in Europa in erster Linie über Füchse erfolgt. Diese Form der Tollwut wurde jahrelang bekämpft, sodass Deutschland mittlerweile tollwutfrei ist. Weniger bekannt ist, dass auch Fledermäuse häufig tollwutinfiziert sind und das Virus über Bisse auf Menschen und andere Säugetiere übertragen können.

 


Nur mit Handschuhen anfassen

Fledermäuse sollten grundsätzlich mit größter Vorsicht behandelt und auf keinen Fall ohne Schutz der Hände (etwa dicke Lederhandschuhe) berührt werden. Von Fledermauskot oder überwinternden Tieren auf dem Dachboden geht keine Gefahr aus. Wer eine Fledermaus findet, sollte sich am besten an das zuständige Veterinäramt wenden.


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