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RWJ 07/2018: Ausnahmegenehmigung zur jährlichen Mäh- und Mulchverpflichtung

Flächen durch Mulchverzicht aufwerten

Landwirtschaftliche Nutzfläche wird ökologisch aufgewertet, wenn sie aus der Produktion genommen werden. Dazu benötigen Landwirte allerdings Ausnahmegenehmigungen – wir zeigen, wie man diese bekommt.

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Wenn in Revieren auch nach der Grasmahd im Frühjahr noch Deckung und Äsung zur Verfügung steht, ist damit Bodenbrütern und Niederwild sehr geholfen.

Acker- und Wiesenflächen, die freiwillig (un)befristet aus der landwirtschaftlichen Produktion genommen werden, dürfen von April bis Juni nicht bearbeitet werden und müssen prinzipiell einmal jährlich gemäht oder gemulcht werden. Soweit die Flächen gemäht werden, muss das Mähgut abgefahren werden. Unter bestimmten Voraussetzungen können die Auflagen aber ausgesetzt werden. In Abstimmung mit dem Landwirtschaftsministerium und der Landwirtschaftskammer sind dabei folgende Voraussetzungen einzuhalten:

 

  • Soll die vorgeschriebene Mindesttätigkeit (mähen/mulchen) nur jedes zweite Jahr durchgeführt werden, benötigen Bewirtschafter eine schriftliche Genehmigung der EU-Zahlstelle.
  • Vereinbarungen über Naturschutzmaßnahmen mit anerkannten Naturschutzvereinigungen sind Genehmigungen durch die EU-Zahlstelle gleichgestellt.
  • Soweit die Naturschutzmaßnahmen mit dem DJV zu vereinbaren sind, wird dieser zuständige KJS vertreten (s. Vereinbarungsmuster).
  • Jagdpächter vermitteln und unterzeichnen die Vereinbarungen gemeinsam mit der KJS.
  • Die Ausnahmeregelung gilt nicht für Uferrandstreifen im Rahmen von Agrarumweltmaßnahmen.
  • Vom 1. April bis 30. Juni ist Mähen o. Mulchen grundsätzlich nicht zulässig.
  • Bei Herbsteinsaat gilt das Ansaatjahr als Jahr Null (Mulchen des 1. Teils im ersten, Rest im zweiten Wuchsjahr).

Für eine verspätete Aussaat vom 1. April bis 15. Mai können aufgrund von Naturschutzvereinbarungen, die eine frühere Aussaat nicht gestatten und witterungsbedingten Gegebenheiten Ausnahmen beantragt werden.

 

Das Formular kann im Internet unter www.landwirtschaftskammer.de (Rubrik Förderung) heruntergeladen werden.


Wie man Vereinbarungen für eine Ausnahmegenehmigung zur Mähverpflichtung abschließt

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Ohne geeignete Rückzugsräume werden wir bedrohte Bodenbrüter und Niederwildarten für nachfolgende Generationen nicht erhalten können.

1. Das Vereinbarungsmuster erhalten Jagdpächter über ihre KJS oder unter www.ljv-nrw.de.

2. Die ausgefüllte Vereinbarung (dreif. Ausfertigung) muss v. Bewirtschafter (Landwirt), Jagdpächter und KJS unterschrieben werden.

3. Der Kreisstelle der Landwirtschaftskammer muss die Vereinbarung nicht eingereicht werden, sie ist aber vom Bewirtschafter für Vor-Ort- Kontrollen aufzubewahren.

4. Die zuständige Untere Naturschutzbehörde (UNB) erhält zur Kenntnis eine Durchschrift der Vereinbarung.

5. Die Vereinbarung erlischt bei Bewirtschafter- oder Jagdpächterwechsel.

Haben Sie keine Scheu, solche Vereinbarungen abzuschließen, Bewirtschafter sind durch ihre Förder- und Prämienanträge mit solchen Formularen vertraut.


Der Abschluss von Vereinbarungen zur Ausnahmegenehmigung der jährlichen Mäh- bzw. Mulchverpflichtung bei freiwillig befristet oder unbefristet aus der landwirtschaftlichen Produktion genommenen Flächen bietet wild lebenden Tieren auf aktiv begrünten Flächen Schutz, Deckung und Nahrung. Besonders wertvoll sind so geschaffene Biotope von Herbst bis Frühjahr, wenn landwirtschaftliche Produktionsflächen abgeerntet sind. Zur Einsaat von Flächen, als Blühstreifen bzw. -flächen, die als Agrarumweltmaßnahme oder Vertragsnaturschutzfläche gefördert werden, sind nur ausgewählte Saatmischungen zulässig. Informationen dazu haben die Unteren Landschaftsbehörden, die Landwirtschaftskammer und der Naturschutzbeauftragte der Kreisjägerschaft.

 

Auf „ökologischen Vorrangflächen“ (Greening) ohne Vertragsnaturschutz oder Agrarumweltmaßnahmen kann man zur gezielten Unterdrückung unerwünschter Ackerunkräuter auch die bewährten LJV-Wildschutzmischungen einsetzen. Wichtig ist die Kommunikation und Kooperation zwischen Bewirtschaftern und Jägern. Die meisten Landwirte unterstützen Maßnahmen zur Biotopverbesserung – entscheidend ist für sie, durch solche Vereinbarungen ihre Prämienansprüche nicht zu gefährden.

 

LJV NRW


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