Seite 1

RWJ 10/2018: Nur noch 60 km vor Deutschland

Afrikanische Schweinepest in Belgien

Am 13. September wurde in Belgien die Afrikanische Schweinepest (ASP) bei zwei verendeten Sauen festgestellt, nur noch etwa 60 km vor der deutschen Grenze.

fli-wildschweine id90076

Auch noch lebende Sauen ohne Flucht­reflex könnten auf ASP hindeuten. Foto: Friedrich-Löffler-Institut

Das ASP-Virus ist jetzt in Westeuropa angekommen, der isolierte Ausbruch in Belgien ist ein weiteres Indiz dafür, dass der Mensch verantwortlich ist für die schnelle Verbreitung. Der DJV fordert von Behörden, die Biosicherheit dringend zu verbessern, besonders an Parkplätzen, Bahnhöfen und Grenzübergängen entlang von Transitstrecken (mit verschlossenen Abfallbehältern und wildschweinsicheren Zäunen).

 

Jagdreisende, besonders in osteuropäische Länder, sind zu besonderer Vorsicht aufgerufen. Man sollte nach dem Jagdaufenthalt Ausrüstung wie Messer, Bekleidung und Stiefel noch im Gastland sorgfältig reinigen und desinfizieren. Wer mit dem eigenen Auto anreist, sollte dieses möglichst nicht für Revierfahrten nutzen und vor Antritt der Rückreise desinfizieren. Schwarzwild-Trophäen müssen ebenfalls desinfiziert sein. Der Import von Wurst, Fleischwaren oder Hundefutter aus Restriktionszonen sollte unbedingt vermieden werden. Schweine haltende Jäger sollten auf Jagdreisen in betroffene Gebiete verzichten. Die größte Gefahr für die Einschleppung der Krankheit nach Deutschland ist der Mensch, etwa über infizierte und falsch entsorgte Wurstwaren. „ASP kann jederzeit irgendwo in Deutschland ausbrechen. Achtlos entsorgte, infizierte Rohwurstreste reichen aus, um Schweine anzustecken“, sagte Veterinär und DJV-Vizepräsident Dr. Wolfgang Bethe.

 

Die Früherkennung sei entscheidend, um eine Ausbreitung zu verhindern. Der DJV ruft alle Jäger auf, an Früherkennungsprogrammen aktiv teilzunehmen. Verdächtige Wildschwein- Kadaver sollten vor Ort liegen bleiben, der zuständige Amtstierarzt muss umgehend informiert werden. Ein Abtransport von Kadavern ist wegen der Verschleppungsgefahr nur in dichten Behältern durch Experten zulässig. Mit dem von Jägern mitentwickelten Tierfund-Kataster (www.tierfund-kataster.de) lassen sich Fundorte von Sau-Kadavern schnell und unbürokratisch an Veterinärbehörden melden, auch per App. Mit dem Friedrich-Loeffler-Institut hat der DJV einen Maßnahmenkatalog entwickelt – je nach Jahreszeit, Topografie und Vegetation müssen unterschiedlichste Maßnahmen kombiniert werden. In Deutschland sind die Behörden alarmiert und bereiten sich konzentriert auf einen Seuchenfall vor. In den Bundesländern gibt es fertige Krisenpläne, vielerorts wurden schon Übungen durchgeführt, z. T. unter Einbeziehung der Jäger.

 

Symptome der ASP

Die Infektion führt zu sehr schweren, unspezifischen Allgemeinsymptomen wie Fieber, Schwäche, Fressunlust, Bewegungsstörungen, Atemproblemen, Durchfall und Blutungsneigung (Nasenbluten, blutiger Durchfall, Hautblutungen). Erkrankte Tiere zeigen mitunter eine verringerte Fluchtbereitschaft („Liegenbleiben in der Suhle“) oder andere Auffälligkeiten wie Bewegungsunlust und Desorientiertheit.

 

Die Erkrankung betrifft alle Altersklassen und Geschlechter gleichermaßen und führt in nahezu allen Fällen zum Tod des Tieres innerhalb einer Woche. Beim Aufbrechen sollte auf vergrößerte, „blutige“ Lymphknoten, vergrößerte Milz und feine, punkt- oder flächenförmige Blutungen in Organen, Haut oder Unterhaut geachtet werden. Lunge und Atemwege sind häufig mit Schaum gefüllt. Das Fehlen solcher Auffälligkeiten schließt nicht aus, dass es sich dennoch um ASP handelt. In Schweinebeständen in Afrika überleben Tiere häufig eine Infektion.

 

Aktuelle Info (mit Karte): www.fli.de


Aktiv nur für Mitglieder!

Bitte melden Sie sich an, oder werden Sie Mitglied.