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RWJ 06/2020: Wildbret richtig vermarkten – auch in Corona-Zeiten

Wild geht immer!

Durch zwangsgeschlossene Restaurants sind vielen Jägern wichtige Wildbret-Kunden ausgefallen, doch es gibt Lösungen und Alternativen:

Wild geht immer!

Im Frühjahr war unsere Gastronomie mit am stärksten durch die Corona- Krise betroffen, erst Anfang Mai wurden die Kontaktsperren gelockert. Dass möglichst viele Restaurants und Gaststätten wirtschaftlich überleben und neu erstarken, hoffen wir von ganzem Herzen. Wildbret kann dabei auch den Gastronomen helfen.

 

Wir Jäger wollen, dass Verbraucher übers ganze Jahr hinweg Wild genießen, also nicht nur im Herbst und Winter. Um Nichtjäger auf den Geschmack zu bringen, eignet sich im Sommer besonders Grillfleisch.

 

Direktvermarktung – Metzger können helfen

Jäger dürfen in Nordrhein-Westfalen die Hilfe von Metzgern in Anspruch nehmen und danach die hygienisch einwandfreien Portionen direkt vermarkten. Europaweit einheitliche Regelungen zur Fleischhygiene werden von einzelnen Behörden in Deutschland augenscheinlich sehr unterschiedlich ausgelegt. Das verunsichert aktuell Jäger, Metzger und Verbraucher gleichermaßen. Für NRW gilt seit Jahren: Die Abgabe kleiner Mengen Wildbret (aus der Decke/ Schwarte geschlagen und ggf. zerwirkt) gilt auch als Direktabgabe an Endverbraucher, wenn dies mithilfe eines Metzgers in dessen Räumen geschieht, die Vermarktung aber ausschließlich über den Jäger erfolgt. Dies wird vom Umweltministerium NRW akzeptiert, da die Mithilfe eines Metzgers in dessen Räumen einen hohen Hygienestandard zur Gewinnung von Wildfleisch gewährleistet.

 

Dazu kann man den Praxisleitfaden Wildbrethygiene auf der LJV-Homepage www.ljv-nrw.de kostenlos herunterladen.

 

Wild online vermarkten

Wild geht immer!

Wer Wild über den Bekannten- und Freundeskreis hinaus auch online vermarkten möchte, sollte sich jetzt bei Wildgenuss NRW www.wildgenuss-nrw.de anmelden. Dort können Jäger Wildbret auch in Corona-Zeiten absetzen, und dort finden Liebhaber von Wildbret einen Marktplatz mit Qualitätsgarantie.

 


„Wilde Wochen“

Metzger und Jäger haben vieles gemeinsam, quasi geborene Partner zur Wildbretvermarktung – sie arbeiten mit Fleisch, üben ein traditionelles Handwerk aus, handeln regional und sind gut vernetzt, stehen für ein hochwertiges Produkt und können dank guter Ausbildung ihren Kunden souverän Fragen beantworten und Tipps zur Zubereitung leckerer Wildgerichte geben.

 

Mit der Aktion Wilde Wochen soll 2020 auch die Grillsaison stärker für Wildbret erschlossen werden, Rezepte dazu finden Sie hier.

 

Metzgereien mit dem roten F in der Raute und ihre Innungsmeister erhielten im Mai ein Angebot von LJV und Fleischerverband NRW, an der landesweiten Kampagne Wilde Wochen teilzunehmen. Bieten Sie Ihrem Metzger vor Ort an, im Rahmen dieser Kampagne etwas gemeinsam auf die Beine zu stellen. Metzger sind Profis – und erwarten Qualität, Menge und Zuverlässigkeit, ist das gewährleistet, garantieren sie langfristigen Wildbretabsatz.

 


Jetzt für den Herbst vorsorgen

Auch in diesem Herbst finden die "NRW-Wildwochen" statt. Wer jetzt mit dem Metzger vor Ort in die gemeinsame Wildbretvermarktung einsteigt, hat gleich schon das nächste Thema: „Wollen wir im Herbst nicht eine gemeinsame Aktion im Rahmen der NRW-Wildwochen starten ? Vielleicht eine Woche nach der Bewegungsjagd in unserem Revier ? Können wir noch ein paar Broschüren zur Jagd und Wildrezepte (im DJV-Shop für kleines Geld) in der Metzgerei auslegen? “Ideen dazu gibts sicher genug – und der Metzger bekommt natürlich die ganze Strecke der Bewegungsjagd!

 


Partner der Gastronomie

Schon seit der ersten NRW-Wildwoche 2004 ist der Hotel- und Gaststättenverband mit von der Partie, auch in der Corona-Krise diskutierte der LJV mit der DEHOGA NRW, wie man helfen könne – für uns Jäger Ehrensache, denn wir stehen zu unseren Partnern.

Die Frage möglicher Kooperationen zwischen Jägern und Profiköchen wird in erster Linie aber von den Handelnden vor Ort zu beantworten sein, Wild bietet Gastronomen nämlich echte betriebswirtschaftliche Vorteile: Wildbret ist traditionell höherpreisig als viele andere Lebensmittel. Die Gäste sind gerne bereit, gutes Geld für gute Wildgerichte auszugeben. Mit hochpreisigen Wildgerichten können Restaurants also Umsatz und Gewinn steigern, ohne in Zeiten von Corona festgelegte Gäste- Höchstzahlen zu überschreiten.

Noch ein Tipp: Wie wäre es, wenn Sie Ihrem Restaurant in diesen Zeiten wie gewohnt Wildbret liefern, aber ein längeres Zahlungsziel vereinbaren – echte Freunde stehen zusammen!

 


Wie man einen Markt kaputt redet – oder aufbaut

Tatsächlich gibts Regionen, wo die Wildbretpreise unter Druck sind. Wer kurzerhand aber dort kursierende Preisspiegel übernimmt und weitergibt (weil sie so sensationell sind ...), missachtet das Gesetz des Örtlichen – und schreibt sich selbst die Preise kaputt. Richtpreise für Wildbret aus NRW findet man auf www.ljvnrw.de – wer sich daran hält, macht alles richtig.

Stellen Sie sich folgende Szene vor: Ein Jäger lehnt im Restaurant ein Wildgericht auf der Karte lautstark ab – er esse grundsätzlich nur Wild, das er selbst erlegt und verarbeitet habe. In seinem langen Jägerleben habe er schon manches erlebt, was ihn zu dieser Haltung bewogen habe.

Mit solchen Bemerkungen setzt man das Kopf-Kino der übrigen Restaurant-Besucher in Gang – mehr Schaden kann man dem eigenen Stand kaum zufügen.

Wie wohltuend anders wirken da Jäger, die bei der Bedienung erfragen, ob das angebotene Gericht denn auch vom Wild aus der Region sei, das esse man nämlich besonders gerne – um so anderen Gästen bei der Bestellung mit gutem Beispiel voran zu gehen. Alles klar ?

 


Wildbret in Kantinen

Wir müssen derzeit alle Schalenwildarten intensiv bejagen – zum Schutz der Forstkulturen im Rahmen des Waldumbaus, zum Schutz der Landwirtschaft und zur Prävention vor der ASP. Wir haben diesen öffentlichen Auftrag angenommen und stehen dazu. Dennoch soll es den einen oder anderen Politiker geben, dem das noch zu wenig ist. Die Gegenfrage, wann es denn zum letzten Mal Wild aus der Region in der Rathaus-Kantine gegeben hat, stimmt das Gegenüber vielleicht nachdenklicher. Von solchen Wildwochen in öffentlichen Kantinen hört man nämlich leider viel zu selten. Eine gute Idee ist´s trotzdem.

 


Tiefkühltruhe anschaffen, Ruhe bewahren!

Auch dieses Jahr findet Corona zum Trotz ab dem 24. Dezember bundesweit wieder ein großes Familienfest statt. Wer unterm Jahr sein Wildbret nicht zu Schleuderpreisen verhökert, sondern erstmal einfriert und vor Weihnachten alles zu guten Preisen verkauft, hat den Anschaffungspreis einer zusätzlichen Tiefkühltruhe spätestens im zweiten Jahr wieder drin – lassen Sie sich also von Panikmachern nicht ins Bockshorn jagen!

 


Vielfalt ist Trumpf

Wie oft im Leben macht´s auch bei der Wildbret-Vermarktung die Mischung – Metzger, Gastronomen, Hobbyköche und die wachsende Zahl Grillbegeisterter sind dankbare Kunden. Je mehr Vertriebswege genutzt werden, umso unbeschadeter bleibt man, falls wirklich mal Abnehmer ausfallen.

 

LJV NRW

 


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