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RWJ 11/2018: Interview zum Auftrakt der NRW-Wildwochen

„Wildschwein muss beworben werden“

Zum Auftakt der NRW-Wildwochen stellte der RWJ der Schirmherrin der Inititiative 2018, NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser, drei Fragen zur Wildvermarktung zwischen Rhein und Weser.

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NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser engagiert sich für heimisches Wildbret. Foto: Dr. Budde

RWJ: Frau Ministerin, kommen bei Ihnen Wildgerichte auf den Tisch?

Ursula Heinen-Esser: Leider eher selten, da ich selten selbst koche.

 

RWJ: Welche Bedeutung hat Wild als regionales Produkt im Rheinland und Westfalen?

Ursula Heinen-Esser: NRW ist ein wildreiches Land, insofern bedeutet die Jagd hier auch nachhaltige Nutzung unserer natürlichen Ressourcen. Wildfleisch erfährt weiter eine hohe Nachfrage und eine Bedeutung, die ihm beim Thema gesunde Ernährung und regionale Produkte zusteht. Wildfleisch ist reich an Vitaminen und Spurenelementen und hat einen geringen Fettanteil. Damit zählt Wildfleisch ernährungsphysiologisch zu den hochwertigsten Produkten. Die Verwertung ist vielseitig und ergänzt ideal den regionaltypischen und jahreszeitlichen Speiseplan. Das Wildbretaufkommen in NRW liegt bei rund drei Mio. kg, was dem Gewicht von etwa 3 000 Kleinwagen entspricht und hat dabei einen Wert von rund 12 Mio. Euro !

 

RWJ: Wie sehen Sie die Marktchancen für Wild, speziell für Schwarzwild, das verstärkt bejagt werden muss?

Ursula Heinen-Esser: Grundsätzlich sind die Marktchancen weiter gut. Auch die stark erhöhte Jagdstrecke des letzten Jahres konnte praktisch „auf den Teller“ gebracht werden. Wild gilt in Deutschland jedoch immer noch als Festtagsessen. Das muss nicht so bleiben. Damit Wildfleisch noch stärker nachgefragt wird, ist eine nachdrücklichere Bewerbung von Wildschwein als regionales Produkt auch für den Alltag angezeigt, damit Jägerinnen und Jäger auskömmliche Preise erzielen. Um Anbieter und Nachfrager von Wildbret besser zusammenzubringen, wird auch der Aufbau eines kostenlosen virtuellen Marktplatzes zur Wildbretvermarktung über die Online-Börse www.wildgenuss-nrw.de mit Mitteln der Jagdabgabe gefördert.

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