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RWJ 02/2021: Afrikanische Schweinepest (ASP) in Brandenburg und Sachsen

Zäune sollen ASP aufhalten

Mit Zäunen und intensiver Kadaversuche wollen die Behörden in Ostdeutschland das Virus in den Griff bekommen und neue Einschleppungen aus Polen verhindern.

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Mehr als 200 ehrenamtliche Kräfte des THW sowie rund 100 Angehörige der Bundeswehr unterstützten bei Krauschwitz im Landkreis Görlitz gemeinsam mit anderen Organisationen den Bau des festen Zaunes an der Restriktionszone zur Eindämmung der ASP. Foto: Sächs. Staatsministerium für Soziales

Die Afrikanische Schweinepest ist in Europa weiterhin virulent. Aktuell werden Fälle aus dem Baltikum, der Slowakei, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Polen und Deutschland gemeldet. In Rumänien sind auch Hausschweinbestände betroffen. In Deutschland ist die Seuche nach wie vor in Brandenburg und Sachsen aktiv. In Brandenburg gab es Mitte Januar 496 bestätigte ASP-Fälle (Stand 15. Januar). Alle Nachweise der Krankheit erfolgten in den drei mittlerweile fest umzäunten Restriktionsgebieten in den Landkreisen Oder-Spree (311), Märkisch-Oderland (154) und Spree-Neiße (31).

 

 

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In Sachsen gibt es aktuell 17 bestätigte ASP-Fälle, die alle auf dem Gebiet der Gemeinde Krauschwitz im Landkreis Görlitz liegen. Dort ist die Bundeswehr zu Hilfe gerufen worden, um das Gebiet nach Kadavern abzusuchen. Außerdem bauen die Soldaten zusammen mit dem Technischen Hilfswerk (THW) einen festen Zaun an der Restriktionszone, um die ASP einzudämmen.


Einschleppung aus Polen droht

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Weil die ASP in Polen weiterhin sehr aktiv ist, besteht die Gefahr, dass das Virus erneut nach Deutschland eingeschleppt wird.

Denn nach wie vor besteht die große Sorge, dass sich das Virus über die fest eingezäunten Gebiete hinaus verbreitet oder weitere infizierte Sauen aus Polen über die Grenzen kommen. Dass diese Sorge nicht unbegründet ist, zeigt die Karte mit den Ausbruchsherden auf polnischem Gebiet. Doch bisher scheinen die Abwehrmechanismen zu funktionieren. Allerdings zeigt der Fall eines bei Potsdam tot aufgefundenen Wildschweins, wie sensibel die Behörden auf Funde reagieren. Zuerst hatte das Landeslabor Berlin-Brandenburg einen positiven Befund festgestellt und damit die Region um Berlin in helle Aufregung versetzt. Durch umfangreiche, zusätzliche Untersuchungen des übersandten Schwarzwildkadavers konnte die Afrikanische Schweinepest durch das Friedrich-Loeffler- Institut (FLI, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit) ausgeschlossen und Entwarnung gegeben werden.

 

Verbraucherstaatssekretärin Anna Heyer-Stuffer, Leiterin des ASP Krisenstabs: „Ich bin sehr froh und erleichtert über dieses Ergebnis! Ich danke dem Tierseuchenbekämpfungsdienst des Landes Brandenburg für das schnelle und professionelle Handeln.“

 


Kritik des LJV Brandenburg

LJV-Präsident Dr. Dirk-Henner Wellershoff sagt: „Der aktuelle und zum Glück nicht bestätigte Fall in Potsdam muss als Weckruf gesehen werden. Er zeigt die allgegenwärtige Gefahr einer Verschleppung des Virus, auch über weitere Distanzen hinweg.“

 


Keine Kadaversuche

Er bemängelt, dass die Maßnahmen vor Ort unverändert schleppend liefen. „Es findet keine intensive Kadaversuche in den betroffenen Kerngebieten statt. Schilfgebiete und dichte Hecken, die den Wildschweinen in der vegetationsarmen Zeit als Einstand dienen, werden ausgelassen.“ Die Befliegung mit Drohnen und Wärmebildkameras sei nicht zielführend, da so selbst unter guten Bedingungen ausschließlich lebende Tiere entdeckt werden könnten.


Keine standardisierte Untersuchung der Kadaver

Die Beprobung und anschließende Laboruntersuchung jedes erlegten Stückes Schwarzwildes müsse zudem landesweit wieder aufgenommen werden, um mögliche Ausbrüche an anderen Orten schnellstmöglich zu erkennen – bereits am 14. Dezember 2020 sei aber das Probenmaterial dafür ausgegangen. In Sachsen sollen alles Fallwild sowie auffällige erlegte Sauen getestet werden.


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