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RWJ 09/2021: W-Land – konsequent zu mehr Niederwild

Warendorfer Landnutzer arbeiten für Naturschutz und Biodiversität

Seit einem Jahr betreiben Jäger in Kooperation mit dem Kreis Warendorf das sog. W-Land-Projekt, in dem sich Landwirte, Jäger und weitere Naturschutzinteressierte für den Niederwild- und Artenschutz engagieren.

Naturschutz

Die Streifen passen sich optimal in die umliegende Bewirtschaftung ein – und erhalten die Struktur nach der Ernte.

Aktuell herausragendes Schlaglicht des Projekts sind eigens entwickelte Strukturbrücken im Wintergetreide. Ziel der durch die Kreisjägerschaft und Stiftung Westfälische Kulturlandschaft geförderten Maßnahme ist die Umsetzung eines Blühstreifen-Systems in großen Getreideschlägen zur Aufwertung des Lebensraums.

Aus verschiedenen Studien zur Niederwildforschung wird zunehmend deutlich, dass Fasan, Rebhuhn und Co. neben den bekannten Verlusten durch Nestprädation auch ein massives Problem bei der Insektennahrung in den entscheidenden ersten Wochen nach dem Schlupf haben. Häufig führen Fasan- und Rebhenne Küken nach dem Schlupf in die Zentren der Getreideschläge. Dort finden sie Schutz und eine einheitliche Umgebung, die Prädatoren ein Auffinden erschweren.

Nachteil dieses Verhaltens ist, dass eine ausreichende Versorgung mit Insekten in konventionell bewirtschafteten Getreideschlägen kaum möglich ist. Dies spiegelt sich im verringerten Wachstum und erhöhter Sterblichkeit etwa durch Krankheiten wider. Daraus resultieren große Kükenverluste und kleine Gesperre oder Ketten, die eine natürliche Besatzanhebung erschweren.

„An diesem Punkt setzen wir mit unseren Strukturbrücken an“, erklärt Felix Homann, der als gelernter Berufsjäger und Mitarbeiter der Stiftung die Planung und Koordination des Projektes übernimmt. „Gemeinsam mit Landwirten planen wir Blühstreifen, die sich optimal in die Bewirtschaftung eingliedern. Diese Streifen säen wir bereits im Spätsommer zusammen mit dem Getreide, um im nächsten Frühjahr schon Ruhe und schnelles Wachstum auf der Fläche zu ermöglichen.“

Durch spezielles Saatgut mit heimischen Wildkräutern entsteht darüber hinaus auch für Insekten ein idealer Lebensraum. Die Streifen bleiben nach der Getreideernte stehen und überwintern mit einer Zwischenfrucht bis zum übernächsten Jahr, wenn etwa wieder Mais auf die Flächen kommt.

So integriert man die Strukturbrücken optimal in die häufige Fruchtfolge im Kreis Warendorf.

Die Verweildauer auf der Fläche ist begrenzt auf etwa 16 bis 18 Monate. „Aus ökologischer Sicht natürlich recht wenig, man wünscht sich längere Standzeiten. Allerdings kommen wir so auch in Schläge, die Landwirte sonst ungern für längere Zeit zur Verfügung stellen würden.“ Weiterer Vorteil ist, dass die Strukturen als Blüh- und Bejagungsstreifen angelegt werden können und so von Landwirten nicht extra im Flächenantrag ausgewiesen werden müssen. Dies spart Bürokratie am richtigen Ende ein!

Dass es sich auszahlt, wenn man unbürokratisch und flächenscharf Maßnahmen vorschlägt, zeigt die Annahme durch Landwirte im ersten Projektjahr – bereits über 17ha wurden innerhalb kürzester Zeit im Kreisgebiet umgesetzt. Die Teilnahme ist für jeden Landwirt im Kreis Warendorf möglich.

„Wir möchten zeigen, wie man mit effektiven Maßnahmen Niederwild hilft und dass es sich lohnt, gerade jetzt in den Lebensraum zu investieren“, erklärt Felix Homann.

Das Projekt wird getragen von der Kreisjägerschaft und dem Kreis Warendorf und unterstützt vom WLV-Kreisverband Warendorf, der Volksbank Beckum-Lippstadt sowie den Volksbanken eG und Münsterland Nord eG.

Info: Projektleiter Felix Homann
(Stiftung Westfälische Kulturlandschaft):

Tel. 0251/417585, E-Mail: homann@kulturlandschaft.nrw

 

Naturschutz

Beispiel für eine niederwildfreundliche Flächenstrukturierung auf einem 20 ha-Ackerschlag. Solche Streifen schaffen wertvolle Grenzlinien und Insektenvielfalt, wo Fasane diese zur Küken­aufzucht brauchen !

 


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