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RWJ 08/2022: Kitzrettung 2022

Tue Gutes ...und rede darüber

Stellvertretend für die vielen beindruckenden Aktionen, die in den letzten Wochen und Monaten im Rahmen der Kitzrettung umgesetzt wurden, berichten wir aus Langenfeld-Reusrath und dem Kreis Unna.

Naturschutz

Zum großen Erfolg wurde die Kitzrettung durch ein tolles Engagement von Reusrather Bürgern, die tatkräftig Landwirte und Jagdpächter unterstützten – ohne diesen gemeinsamen Einsatz wäre die erfolgreiche Suche so nicht möglich gewesen.

In den letzten Ausgaben hatten wir aufgerufen, uns Berichte und Fotos über Aktionen zur Wildtier-/Kitzrettung im Frühjahr zu übermitteln. Zunächst möchten wir uns für die Einreichung vieler toller Fotos und beeindruckenden Aktionen sehr herzlich bedanken.

Langenfeld-Reusrath

Naturschutz

So engagieren sich letztlich Groß und Klein, Alt und Jung in gemeinsamer Aktion und es gelang, vier sehr kleine Kitze erfolgreich aufzuspüren, zu sichern und nach der Mahd wohlbehalten wieder in die Freiheit zu entlassen.

Wegen des Wetters startete die erste Mahd im Reusrather Revier dieses Jahr recht spät, wieder mit der besonderen Herausforderung, dass alle beteiligten Landwirte ihre Wiesen binnen weniger Tage mähen (lassen) wollten – eine echte Mammutaufgabe für die Abstimmung und Koordination der Kitzsuche.

Da noch keine Drohne zum Abfliegen der Flächen zur Verfügung stand, mussten alle Wiesen nach altbewährter Art durchgegangen werden – bei über 40ha und vorsommerlichen Temperaturen keine leichte Aufgabe. Vorsorglich wurden weitere Vergrämungsmaßnahmen parallel eingesetzt. Zu bewerkstelligen war dies nur durch ein tolles Engagement von Reusrather Bürgern, die Landwirte und Jagdpächter tatkräftig unterstützten – ohne deren Einsatz wäre die erfolgreiche Suche so nicht möglich gewesen. Über Nachbarschaftsnetzwerke, Facebook-Aufrufe und dem Mobilisieren von Freunden und Bekannten wurden so viele Helfer gefunden, die teils mehrtägig, manchmal aber auch nur stundenweise mithalfen, das Ausmähen kleiner Kitze ohne Fluchtreflex zu verhindern.

So engagierten sich Groß und Klein, Alt und Jung gemeinsam und es gelang,

vier sehr kleine Kitze erfolgreich aufzuspüren, zu sichern und nach der Mahd wohlbehalten wieder in die Freiheit zu entlassen.

Auch wenn es noch Verbesserungsbedarf in puncto Organisation und dem Einhalten getroffener Absprachen gibt, war es unterm Strich für alle Beteiligten ein erlebnisreiches, erfolgreiches Unterfangen – dafür sei allen Beteiligten ganz herzlich gedankt!

Für 2023 kann schon angekündigt werden, dass durch die Initiative privater Investoren auf eine Wärmebild-Drohne zurückgegriffen werden kann, durch deren Einsatz sich Suche und personeller Aufwand weit effizienter gestalten lassen.


Kreis Unna

Naturschutz

Vier Uhr früh an einem Mittwoch-morgen – die Sonne geht langsam in Bergkamen am Rande des Ruhrgebiets auf und an einer hohen Wiese treffen sich Jäger, Landwirt und Drohnenpilot zur Kitzrettung. | © Kitzrettung Unna und Umland e.V.

Vier Uhr früh an einem Mittwochmorgen – die Sonne geht langsam in Bergkamen am Rande des Ruhrgebiets auf und an einer hohen Wiese treffen sich Jäger, Landwirt und Drohnenpilot zur Kitzrettung. Im Vorfeld hat Martin Brandt, Landwirt, Jäger und Besitzer der Wiesen, sich mit dem Jagdpächter und den Wiesen-

eignern besprochen: „Wir haben uns für eine Drohne entschieden und wollten, dass dann auch alles andere den Umständen entsprechend perfekt wird.“ Daher hat er sich mit den Jagdpächtern und Landwirten im Ortsteil Overberge abge-stimmt. „Wir haben erst mal gesammelt, wer Wiesen schneiden möchte und in welchem Zeitraum. Dann haben wir mit den Betroffenen einen Zeitplan erstellt. Insgesamt haben wir drei Zeitfenster geöffnet, zu denen sich Landwirte beim Team melden konnten.“ Jagdpächter Reinhard Middendorf: „Bei dem großartigen Wetter hatten die Pächter kein Problem, ihre Mahd noch zu schieben, sodass wir nebeneinanderliegende Flächen absuchen konnten.“


Mike Ziller, der 2020 eine Drohne mit Wärmebildausstattung privat anschaffte

und jetzt seine Dienste zur Kitzrettung anbietet, ist begeistert: „Die Maschinen standen jeweils direkt zur Verfügung.

Nach dem Absuchen und der Rettung wurden die Fahrer angerufen und konnten direkt starten.“ Bei den Flächen, die nicht direkt im Anschluss folgen, hängten Landbesitzer Brandt und Jäger Middendorf noch akustische Wildwarner auf, sodass das Wild nicht zurück in die Wiese zog. Das Drohnen-Team ist einge-spielt, Mike Ziller ist schon das vierte Mal bei Middendorf im Revier. Er weist mit Funkgeräten den Sucher an Punkte, die die Wärmebildkamera anzeigt. Gefundene Kitze, Junghasen oder Gelege trägt man mit Handschuhen und Grasschutz aus der Wiese und sichert sie ggf. mit einem Wäschekorb. Nach der Mahd und der Kitzsuche können gerettete Kitze noch am gleichen Morgen wieder in die Freiheit entlassen werden. „Natürlich ist ein so abgestimmtes Vorgehen nicht immer möglich, aber diese Vorgehensweise ist für Kitze natürlich perfekt“, so Middendorfs abschließendes Resümee.

Insgesamt wurden 70 % der Flächen abgesucht und mehrere Gelege und Kitze gefunden. 2023 wird die Aktion wiederholt, sodass noch mehr Flächen erreicht werden.


Naturschutz

Kitze, Junghasen oder Gelege trägt der Sucher mit Handschuhen und Grasschutz aus der Wiese und sichert sie mit einem Wäschekorb oder Karton.


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