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RWJ 02/2019: Zweites Wolfsgebiet in NRW

Standorttreuer Wolf in OWL

Jetzt ist es amtlich – ein Wolf hat sich im Bereich des Truppenübungsplatzes Senne niedergelassen. Er gilt nun offiziell als standorttreu. Die Landesregierung hat mit der Einrichtung eines zweiten Wolfsgebietes schnell reagiert.

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Das eigentliche Wolfsgebiet Senne umfasst 922 km², die Pufferzone 3 390 km². Karte: LANUV

Bereits im Sommer und Herbst 2018 hatte es Wolfssichtungen sowie Wild- und Nutztierrisse in den Kreisen Gütersloh, Lippe und Paderborn gegeben. Mit der Zeit verdichtete sich die Vermutung, dass ein Wolf im Bereich der Senne sesshaft geworden sein könnte. Ein erster genetischer Nachweis eines Wolfes im Bereich der Senne wurde an einem gerissenen Damtier am 27.7. erbracht, ein zweiter und dritter folgten am 26. und 27.9. an gerissenen Schafen. Alle drei Fälle konnten demselben Wolf zugeordnet werden – ein weibliches Tier mit der Kennung GW1044f.

 

Das Herkunftsrudel dieses Tieres ist bislang unbekannt. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) geht davon aus, dass die Wölfin mittlerweile standorttreu ist. Daher hat das NRW-Umweltministerium das „Wolfsgebiet Senne“ ausgewiesen. Zusätzlich wird im Umfeld eine „Pufferzone“ ausgewiesen. Das kann erfolgen, wenn ein Wolf innerhalb von sechs Monaten mehrfach in einem Gebiet nachgewiesen wurde. Das „Wolfsgebiet Senne“ umfasst die Truppenübungsplätze der Senne und weitere zusammenhängende waldreiche Gebiete, insgesamt 922 km². Die Abgrenzung umfasst Schloß Holte- Stukenbrock (GT), Detmold, Horn-Bad Meinberg, Lage, Oerlinghausen Augustdorf und Schlangen (LIP), Bad Lippspringe, Pader born, Altenbeken und Hövelhof (PB) sowie in Bielefeld den Teil südwestlich der A 2/B 66.

 

Die umliegende „Pufferzone“ umfasst auf etwa 3 390 km² den Großteil der Stadt Bielefeld, den östlichen Bereich des Kreises Gütersloh, den Nordosten des Kreises Lippe sowie die gesamten Kreise Paderborn und Höxter (s. Karte). Die Ausweisung eines Wolfsgebietes ist besonders für Nutztierhalter von großer Bedeutung, da das Land in diesen Bereichen auf Grundlage der „Förderrichtlinie Wolf“ vorbeugende Maßnahmen zum Herdenschutz fördert.

 

Anträge auf Entschädigung durch Wölfe verursachte Schäden sowie auf Förderung von Herdenschutzmaßnahmen im „Wolfsgebiet Senne“ bearbeitet die Bezirksregierung Detmold („Dezernat 51: Naturschutzförderung“). Derzeit werden die „Förderrichtlinien Wolf“ weiterentwickelt, um eine bessere finanzielle Unterstützung der Weidetierhalter zu ermöglichen. Anträge auf Förderung von Herdenschutzmaßnahmen sind ab Inkrafttreten der fortgeschriebenen Förderrichtlinien auch für die umliegende Pufferzone möglich.

 

Weitere Infos: www.wolf.nrw

 

 

Kontaktstelle für Meldungen

Sichtungen melden

Melden Sie bitte jede Sichtung eines Wolfes möglichst bald an das Landesumweltamt (LANUV NRW), das dafür zuständig ist.

 

Werktags: Tel. 0 23 61/30 50

Abends u. am Wochenende: Tel. 02 01/71 44 88

E-Mail: wolf_nrw@lanuv.nrw.de


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