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RWJ 02/2022: EU LIFE-Projekt Wiesenvögel

Prädationsmanagement im NRW-Naturschutz

Im LIFE-Projekt Wiesenvögel NRW werden mit finanzieller Unterstützung der EUKommission und des Landes NRW die Lebensverhältnisse bedrohter Wiesenvögel wie Großer Brachvogel, Uferschnepfe, Kiebitz, Rotschenkel und anderer Arten in verschiedenen EU-Vogelschutzgebieten im NRW-Tiefland verbessert.

Präsentationsmanagement

Die Uferschnepfe ist eine der Vogelarten, deren Brutbestände in NRW durch das LIFE-Projekt Wiesenvögel gefördert werden. Foto: B. Beckers

Es handelt sich um folgende Vogelschutzgebiete: Bastauniederung, Moore u. Heiden im westl. Münsterland, Feuchtwiesen im nördl. Münsterland, Rietberger Emsniederung mit Steinhorster Becken, Unterer Niederrhein, Lippeaue zwischen Hamm und Lippstadt mit Ahsewiesen und Hellwegbörde (s. Karte r.) .

Das Projekt wird unter Federführung der Vogelschutzwarte NRW gemeinsam mit zehn Biologischen Stationen durchgeführt. Diese setzen dazu seit Herbst 2020 verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensraumqualität um.

Neben dem Fokus auf Lebensräume spielt wo erforderlich auch die Reduktion eines übermäßigen Prädationsdrucks eine Rolle. Während Wiesenvögel zu Verlierern der Kulturlandschaft gehören, zählen viele Prädatoren zu Gewinnern.

Um Umfang, Bedeutung und Entwicklung der Prädation im Projektzeitraum (sieben Jahre) zu überwachen, wird ein Prädationsmonitoring mit Gelege-

überwachung durch Wildkameras und Zählung von Prädatoren mit Wärme-

bildkameras durchgeführt. Für weitere Erkenntnisse zum Schutz von Bodenbrütern in Feuchtwiesengebieten und zur Steigerung des Bruterfolgs werden während der Brutzeit Bodenprädatoren mit mobilen Elektroschutz-

zäunen gezielt aus Brutgebieten ausgeschlossen. In Zusammenarbeit mit Jagdausübungsberechtigten und Biologischen Stationen wird ein aktives Prädatorenmanagement durch das Aufstellen von Lebendfangfallen mit elektronischen Fangmeldern durchgeführt.

Präsentationsmanagement

Dazu stellte der Projektträger (Landesumweltamt NRW) zur Koordination und Beratung den Berufsjäger Elmar Eickhoff ein. Auf rund 8500ha Projektfläche werden so gemeinsam Fallenstandorte ermittelt und Prädationsmanagementpläne erstellt.

Fallen und Fangmelder stellt der Projektträger den Revierinhabern zur Verfügung, die das Stellen und Betreuen übernehmen. So sollen die bei bisherigen Untersuchungen ermittelten Hauptgelegeprädatoren Fuchs, Waschbär und Steinmarder gefangen und entnommen werden.

Die Entwicklung der Prädatorenbestände sowie der geschützten Arten wird

durch Dokumentation der Streckenentwicklung, Zählungen und Ermittlung des Bruterfolges sichtbar gemacht. Das Projekt bietet eine hervorragende Chance zur Zusammenarbeit zwischen Artenschutz und Jagd durch zeitgemäßes aktives und passives Prädationsmanagement!

Elmar Eickhoff, Peter Herkenrath
Vogelschutzwarte NRW

Dr. Michael Petrak
Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung NRW
Kontakt: Tel. 02361/3050,
E-Mail: elmar.eickhoff@lanuv.nrw.de

 


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