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RWJ 09/2020: Jäger und Landwirte engagieren sich im wildreichsten Kreis Deutschlands

Neues Projekt für Kiebitz, Lerche & Co.

Seit 2005 engagiert sich die Kreisjägerschaft Warendorf bei der Anlage von blühenden Schonstreifen. Finanziell unterstützt vom Kreis wurden aktuell 300 ha Wildblumenacker geschaffen. Nun startet ein neues Projekt – Warendorfer Landnutzer arbeiten für Naturschutzzwecke und Biodiversität, kurz W_Land.

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Zur Auftaktveranstaltung des W_Land-Projekts waren Mitte August zahlreiche Vertreter der beteiligten Verbände und Institutionen nach Oelde gekommen.

Gemeinsame Träger des neuen Projekts sind die Kreisjägerschaft Warendorf, der WLV-Kreisverband sowie der Kreis Warendorf. Vertreter dieser Institutionen informierten im Beisein von Landrat Dr. Olaf Gericke Mitte August an einer Blühfläche des Betriebs Steinhoff über Details.

 

W_Land ist der Name eines Nachfolgeprojekts des Hegebeauftragten für das Münsterland, an dem fünf Reviere im Kreis Warendorf beteiligt waren. Dieses aus Mitteln der Jagdabgabe finanzierte Projekt war Anfang 2019 ausgelaufen.

 

„Die Kreisjägerschaft hat daraufhin auf Kreisebene ein kleines Hegeprojekt initiiert“, berichtete Markus Degener, Obmann für Naturschutz der Warendorfer Jäger. „Ziel ist es, wildtierfreundliche Lebensräume im Kreisgebiet zu schaffen“, betonte KJS-Vorsitzender Josef Roxel. „Bezogen auf die Fläche sind wir der wildtierreichste Kreis in Deutschland – und wollen das auch bleiben.“

 

Das W_Land-Projekt richtet sich nicht nur an Revierinhaber, sondern an alle Landbewirtschafter, Grundeigentümer, aber auch Unterhaltungsverbände im Kreis Warendorf.

 

Die Idee ist es, landwirtschaftliche Förderprogramme mit ökologisch hochwertigen, projekteigenen Maßnahmen zu kombinieren.

 

Die fachliche Betreuung erfolgt durch Hendrik Specht und Felix Homann von der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft. „Wir möchten Offenlandarten wie den Kiebitz in der freien Fläche unterstützen“, informierte Specht.

 

Eine Idee im Rahmen des neuen Projekts sind etwa einjährige Blühstreifen in Wintergetreide-Flächen, die bereits im Herbst mit ausgesät werden und dann etwa 16 Monate stehen bleiben, bis im übernächsten Jahr beispielsweise Mais folgt.

 

Deklariert als Blüh- und Bejagungsschneisen müssten diese Streifen nicht herausgerechnet werden und blieben auch in der Nährstoffbilanz, nannte Specht einige Vorteile.

 

Finanziert wird das auf drei Jahre angelegte Projekt aus Eigenmitteln der Warendorfer Jäger sowie der Volksbanken Warendorf und Beckum-Lippstadt.

 

Auch Landrat Gericke stellte in Aussicht, dass der Kreis das neue Projekt unterstützen werde.

 

Die Anmeldung für das Projekt erfolgt bei der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft.

 

Britta Petercord

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