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RWJ 11/2020: 130 bestätigte Rudel in Deutschland

Neuer Wolf in der Hohen Mark

Die Zahl der in Deutschland lebenden Wolfsrudel ist nur einem Jahr um etwa 20 Prozent gestiegen. Im Untersuchungszeitraum wurden bundesweit fast 130 Rudel gezählt. Das sind 34 Wolfspaare sowie 10 territoriale Einzeltiere mehr als im Vorjahr. Auch in NRW steigt die Zahl der Grauhunde.

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Nördlich des Ruhrgebiets zieht eine weitere Wölfin ihre Fährte. Das Tier mit der Kennung GW1800f konnte erstmalig anhand von Losungsfunden im Bereich der Hohen Mark erfasst werden. Die Nachweise erfolgten im Mai bei Reken (BOR) und Mitte Juli bei Haltern am See (RE). An einem Wildtierriss im Mai bei Dülmen konnte ebenfalls Genmaterial sichergestellt werden, das zu der Wölfin gehören könnte. Ein eindeutiger Nachweis war allerdings nicht möglich. GW1800f stammt aus dem Rudel Schneverdingen (Niedersachsen) und ist mit der ebenfalls aus diesem Rudel stammenden Wölfin im Territorium Schermbeck verwandt. Diese Gloria genannte Wölfin reisst im Schermbecker Raum weiterhin Nutztiere, selbst wenn diese durch angeblich „offiziell wolfssichere“ Zäune geschützt sind.

 

Im August 2020 gab es im Wolfsgebiet Schermbeck binnen vier Wochen 11 bestätigte Übergriffe auf Weidetiere, in 10 davon konnte die Wölfin GW954f als Verursacherin nachgewiesen werden. In zwei Fällen entsprach der Schutzzaun dem empfohlenen Standard, wurde aber abermals von der Wölfin überwunden.

 

Werner Schulte, Hegeringleiter in Wesel, stellt fest, dass das Rotwild im Wolfsgebiet in immer größeren Rudeln zusammensteht, was die Bejagung erheblich erschwert.

 

Keine ungebremste Ausbreitung

DJV-Vizepräsident Helmut Dammann-Tamke sagte der Neuen Osnabrücker Zeitung mit Blick auf die zugleich seit Jahren steigende Zahl an Wolfsrissen:

 

„Es zeichnet sich ab, dass wir die Akzeptanz für den Wolf bei der Bevölkerung im ländlichen Raum gänzlich verlieren.“ Deutschland müsse zügig handeln, eine ungebremste Ausbreitung sei „keine Option“.

 

Stattdessen müsse darüber nachgedacht werden, den Wolfsbestand wie etwa auch in Frankreich zu begrenzen.

 

Insgesamt hat sich die Zahl der Wölfe in Deutschland im vergangenen Jahr um 20 Prozent erhöht, einige Regionen in Brandenburg weisen die höchsten Dichten in ganz Europa auf.

 

Felix Höltmann


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