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RWJ 03/2020: Bei der Aussaat nicht vergessen

Bejagungsschneisen jetzt einplanen!

Die Landwirtschaftsverbände in NRW, der Landesjagdverband, die Verbände der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in NRW sowie der Berufsjägerverband in NRW haben 2019 den Flyer Bejagungsschneisen: Landwirte und Jäger – gemeinsam planen und handeln! erarbeitet.

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Schon bei der Planung der Schneisen sollten Möglichkeiten der Wildbergung und die Erreichbarkeit von Ansitzeinrichtungen berücksichtigt werden.

Angepasste Wildbestände betreffen nicht nur in Zeiten der drohenden ASP Landwirte, Grundeigentümer und Jäger gleichermaßen. In vielen Fällen besteht ein gutes, enges Verhältnis zwischen den Beteiligten – man spricht sich ab und einigt sich. Wo dies noch nicht der Fall ist, können Auseinandersetzungen über hohe Wildbestände zur Belastungsprobe werden.

 

 

Warum Bejagungsschneisen?

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Am effektivsten sind Bejagungsschneisen, wenn man sie wie hier quer zur Saatrichtung anlegt.

  • Unterstützung der effektiven Reduzierung besonders von Sauen
  • Wildschaden: Prävention konzentriert an gefährdeten Flächen zur Bestandsreduzierung
  • Tierseuchen: Prävention durch Unterstützung der Bestandsreduzierung, Bejagungshilfe für den Tierseuchenfall
  • Beitrag der Landwirtschaft zur ASP-Vorbeugung
  • Aktiver Hegebeitrag zur Förderung des Niederwildes und der Artenvielfalt

 

 


Schneisen richtig anlegen!

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Nahezu optimal – Mindestabstand zum Feldrand: 30 m, Sichtschutz an beiden Seiten, Bejagungseinrichtung gut platziert.

  • nicht zwischen Waldrand und hoher Felddeckung wie Raps und Mais.
  • Sollabstand der Schneisen vom Feldrand mind. 30 m
  • bekannte Wildwechsel einbeziehen
  • Hauptwindrichtung berücksichtigen
  • natürliche Wasserstellen einbeziehen
  • Anlage möglichst quer zur Saatrichtung
  • Breite: 6 bis 15 m, Länge: 40 bis 120 m
  • Sichtabschluss mögl. auf beiden Seiten
  • Aufstellung von Leitern an bd. Seiten
  • Möglichkeit der Wildbergung und die Erreichbarkeit d. Ansitzeinrichtungen berücksichtigen
  • Einsaat einer niederwüchsigen Blühmischung (vorzeitiges Schlegeln mögl.)
  • aktive Düngung a. Streifen reduzieren (kein Einfluss auf Nährstoffbilanz)

 


Empfehlungen zur Umsetzung

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Wenn in der Mitte (s. u.) nicht möglich , sollte man Ansitze an jedem Ende platzieren.

  • gemeinsam Standort/ Ausführungsplanung von Landwirt und Jäger für das kommende Wirtschaftsjahr
  • Nutzung mehrerer Ackerkulturen für einen verlängerten Jagdintervall (Raps, Roggen, Mais etc.).

 


Kriterien

  • sinnvoller Standort z. B. bei bekanntermaßen gefährdeter Fläche und Sauenvorkommen
  • kontinuierlicher Bejagungsdruck an der Bejagungsschneise im Gefährdungszeitraum wird zugesagt und umgesetzt

 


Modellbeispiel

  • Ein Landwirt vor Ort legt Bejagungsschneisen für alle Landwirte an.
  • die Kosten dafür werden durch alle geteilt
  • Saatgut für die Bodendeckung in der Schneise tragen die Jäger
  • freiwilliger Verzicht auf Ertragsausfall

 


Schadensminimierung

  • Ertragsausfall gering halten durch:
  • Maßhalten bei Länge, Breite und Anzahl der Schneisen
  • Doppelnutzen der Streifen durch Erosionsschutzund Abfuhrstreifen bei der Ernte
  • Anbau betrieblich nutzbarer Früchte mit Sichtfeld

Kostenlose Bejagungsschneisen und Verzicht auf Ertragsausfall sind nur zu erwarten, wenn gleichzeitig ein intensiver Bejagungsdruck auch unter der Woche auf den Schneisen gewährleistet ist!

 


Bejagungsschneisen und Prämienrecht

Schneisen sind beihilfefähig wenn:

  • die Anlage bereits bei Aussaat oder auch nachträglich erfolgt
  • die Schneise auf bewirtschafteten Ackerflächen angelegt wird
  • die Schneise innerhalb oder am Rande des Schlages angelegt wird
  • die Schneise einen untergeordneten Anteil des Schlages umfasst (max. 20 % gezielte oder Selbstbegrünung)
  • lediglich Meldung an die Kreisstellen der LWK NRW erforderlich. Meldeformular s. www.landwirtschaftskammer.de/foerderung/index.htm
  • Ausweisung als gesonderter Teilschlag im Flächenverzeichnis nicht erforderlich
  • vorzeitiges Aushäckseln oder Niederlegen eines Streifens im Maisschlag ist nicht beihilfeschädlich
  • keine Meldepflicht bei vorzeitigem Aushäckseln oder Niederlegen

 


Bejagungsschneisen und Greening-Maßnahmen

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Auch ökologische Vorrangflächen (ÖVP) können faktisch den Zweck einer Bejagungshilfe erfüllen, Beispiele sind: Ackerbrache, Pufferstreifen, Honigbrachen oder Streifen am Waldrand. Die Anrechnung von Bejagungsstreifen als ökologische Vorrangflächen bedingt eine Angabe im Flächenverzeichnis. Dazu lassen Sie sich bitte vorab beraten!

 

Richtig bedacht und gemacht, gibt es keine Probleme mit dem Prämienrecht, bürokratisch ist es auch nicht mehr!

 

Der Flyer steht als kostenloser Download zur Verfügung:

RWJ 03/2020: Flyer Bejagungsschneisen


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