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RWJ 03/2021: Afrikanische Schweinepest (ASP) in Sachsen und Brandenburg

ASP nicht unter Kontrolle

In Sachsen und Brandenburg hat es einzelne ASP-Fälle außerhalb der eingezäunten Kernzonen gegeben. Die Behörden geben aber an, das Geschehen unter Kontrolle zu haben.

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In Brandenburg werden immer wieder neue ASP-Fälle bestätigt. Beunruhigend: Einige Fallwildfunde lagen rund zwei Kilometer außerhalb eines eingezäunten Kerngebietes im Landkreis Märkisch- Oderland. Die Zahl der bestätigten ASP-Fälle in Brandenburg lag zum Redaktionsschluss bei 660. Die Leiterin des ASP-Krisenstabs Anna Heyer-Stuffer relativiert die Gefahr und weist darauf hin, dass die Kadaver zwar außerhalb der Kernzone, aber innerhalb der ebenfalls mit einem festen Zaun umschlossen weißen Zone lagen. Das Kerngebiet soll nun erweitert und sofort mit einem mobilen Elektrozaun vorläufig umzäunt werden. Im nächsten Schritt muss das erweiterte Kerngebiet so schnell wie möglich mit einem festen Zaun abgeschlossen werden. Der Landkreis sucht umgehend die unmittelbare Umgebung um den neuen Fundort systematisch nach Fallwild ab. Kadaversuchhunde, ein Hubschrauber und Drohnen sollen die Aktion unterstützen.

 

Auch Sachsen betroffen

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Die Karten (l. Restriktionsgebiete Sachsen) verdeutlichen, dass die ASP-Ausbrüche in Deutschland auf das dynamische Seuchengeschehen in Polen zurückzuführen sind.

Auch bei einem Kadaverfund im sächsischen Landkreis Görlitz hat das Friedrich- Loeffler-Institut (FLI) die ASP bestätigt. Der Fundort liegt in der bestehenden Pufferzone und rund 3,5 km vom Grenzfluss Neiße entfernt. Da dies außerhalb des bisherigen gefährdeten Gebietes liegt, müssen die Restriktionszonen erweitert werden.

 


Weiterer Fall an Grenze zu Polen

Zudem wurde bei einem Wildschwein, das in der Nähe von Skerbersdorf, ca. 80 m von der polnischen Grenze entfernt gesund erlegt wurde, das ASP-Virus durch das FLI bestätigt. Insgesamt gab es in Sachsen bis zum Redaktionsschluss 42 ASP-Fälle, die sich auf die Gemeinde Krauschwitz im Landkreis Görlitz direkt an der polnischen Grenze beschränkten.

 

Die Behörden sind sowohl in Sachsen als auch in Brandenburg guten Mutes, die Seuche weiterhin eindämmen zu können. Die Ausbrüche außerhalb der Kernzonen lagen oft nur wenige Meter hinter den Zäunen und befanden sich auf ebenfalls eingezäunten Flächen.

 

Aber solange die Grenze an Oder und Neiße nicht wirksam gegen das Ein- und Auswechseln von Sauen gesichert wird, muss damit gerechnet werden, dass immer wieder infizierte Sauen aus Polen nach Deutschland kommen. Denn in unserem östlichen Nachbarland wütet das Virus ungleich schwerer als bei uns.

 

Felix Höltmann


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