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RWJ 01/2020: Selbst ernannte Tier-Retter am Werk

„Uhu-Befreiung“ mit traurigem Ende

Ein in der Natur nicht überlebensfähiger Uhu genoss seit sieben Jahren im Wildwald Vosswinkel (HSK) Asyl. Jetzt wurde der Vogel von Unbekannten aus seiner Voliere getrieben – und starb.

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Zum wiederholten Male wurde im Wildwald Vosswinkel ein nicht überlebensfähiger Uhu zum Opfer selbst ernannter Tier-Retter.
Foto: K. - H. Volkmar

Ende November verschwand ein siebenjähriger Uhu-Terzel aus der großen Nachtjägervoliere im Wildwald Vosswinkel. Oberheger Michael Schoppe kümmert sich um die Gesundheit und die artgerechte Unterbringung aufgenommener Tiere, schnell wurde seine Vermutung zur Gewissheit, dass erneut selbst ernannte „Tierretter“ aktiv waren. Bereits vor einem Jahr war ein weiblicher Uhu aus der naturnahen, etwa 300 m² großen, genehmigten Voliere „befreit“ worden, auch ein handaufgezogener Waldkauz erfuhr dieses Schicksal. Er wurde ausgerechnet im Januar, zu einer Zeit denkbar ungünstigster Überlebenschancen aus der sicheren Voliere vertrieben. „Hintergrund ist oft echte Unwissenheit bei Leuten, die so was machen. Trotz vieler Schilder ist sog.

 

„Tierrettern“ nicht klar, dass die Vögel dort ihr Gnadenbrot erhalten. Sie wurden aufgrund schlechter Haltungsbedingungen von Behörden beschlagnahmt. Greifvogelauffangstationen versuchen, sie aufzupäppeln und auf lebende Beute zu trainieren. Gelingt das nicht, kommen die Vögel in den Wildwald, um nicht eingeschläfert werden zu müssen. Diese Nachtgreife aus ihren sicheren Volieren zu vertreiben, kommt einem Todesurteil gleich. Hier sind Menschen aktiv, die ohne jedes Hintergrundwissen den Tieren großen Schaden zufügen. Wenige Tage später wurde der Uhu tot aufgefunden – verhungert.

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