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RWJ 08/2018: Merkwürdige Provokationen des NABU-Präsidenten in NRW

„Dürfen wir Ihnen mal einen Vogel zeigen?“

Josef Tumbrinck, NABU-Vorsitzender in NRW, behauptet in einem Interview, er habe noch nie Jäger gesehen, die für Wanderfalken einen Schornstein hochsteigen, um dort nach dem Rechten zu sehen. Greifvögel im Jagdrecht seien gefährdet durch illegale Abschüsse und Vergiftung. DJV, LJV und Falkenorden meinen: Fake News oder schlechte Erinnerungsgabe ...

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Zum Schutz von Greifvögeln arbeiten Falkner seit Jahrzehnten erfolgreich mit Naturschützern zusammen. Foto: Sven Richter / pixelio.de

Bei Deutschlands Jägern und Falknern herrscht Unverständnis über ein Interview des NABU-Funktionärs Josef Tumbrinck Mitte Juni in der „Westdeutschen Zeitung“. Dort versteifte sich Tumbrinck auf die Aussage, er habe noch nie einen Jäger erlebt, der etwa für den Schutz eines Wanderfalkens einen Schornstein hochsteigt. Zudem stelle das Jagdrecht ein Einfallstor für illegale Abschüsse und Vergiftungen von streng geschützten Tieren dar. Deutscher Falkenorden (DFO), DJV und LJV NRW protestieren gegen diese Stimmungsmache – entweder sind es Fake News oder Tumbrinck hat eine schlechte Erinnerung ...

 

Wie ein Foto aus 2015 zeigt, hatte der NABU-Vorsitzende gemeinsam mit Falknern (also Jägern) auf einem Kirchturm einen Wanderfalken beringt. Überdies haben geschützte Arten im Jagdrecht einen höheren Schutzstatus als unterm Naturschutzrecht. „Mit solchen Behauptungen stellt die Führungsspitze des NABU ihre Glaubwürdigkeit infrage und gefährdet gute gemeinsame Artenschutzprojekte auf Arbeitsebene“, sagten die Präsidenten Hartwig Fischer (DJV) und Ralph Müller-Schallenberg (LJV NRW).

Der Wanderfalke (Falco peregrinus) ist eine Schlüsselart, wenn es um aktiven Greifvogelschutz durch Jäger und Falkner geht – 1 099 Jungtiere haben sie zwischen 1973 und 2010 erfolgreich gezüchtet und ausgewildert. Seit 2011 wird das Schutzprojekt mit deutschem Knowhow in Polen weitergeführt. „Unsere langjährigen erfolgreichen Schutzbemühungen in Abrede zu stellen, verstehen wir nicht als das dringend notwendige Aufeinanderzugehen oder die Anerkennung der Leistungen beider Seiten.

 

Ob Schornstein oder Kirchturm – unsere Basis war und ist gemeinsam in schwindelerregenden Höhen unterwegs, um WanderfalkenBestände national wie international zu sichern – jede andere Behauptung ist falsch“, so der DFOVorsitzende HansAlbrecht Hewicker. Er reagierte auf das TumbrinckInterview mit einem offenen Brief. Die drei Verbände rufen Falkner und Jäger dazu auf, dem NABU mit dem Hashtag „#vogelzeigen“ in sozialen Medien im wahrsten Sinne des Wortes einen Vogel zu zeigen – von Rebhuhn über Auerhuhn, Wiesenweihe bis zu Rotschenkel und Wanderfalke – Jäger betreuen bundesweit zahlreiche Vogelschutzprojekte.

 

Weiterführende Informationen:

 

Greifvogelschutz durch Jäger: https://d-f-o.de/greifvogel-und-naturschutz.html

 

TumbrinckInterview:: www.wz.de/home/panorama/nabu-landesvorsitzendernaturschuetzersind- nicht-die-feinde-der-jaeger-1.2705823


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