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RWJ 04/2020: Leserbriefe

Wald der natürlichen Entwicklung überlassen

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Jahrhunderte alte Forstgenerationen, dargestellt in Uniform mit Waffe und Hund, mit ihren Waldarbeitern und Kulturfrauen im Pflanzgarten und dem Leben für Wald und Wild, mußten einen Ansehensverlust hinnehmen von Politik und moderner Forstwirtschaft. Der Wald wurde zur Spielwiese, mit ständig neuen Erkenntnissen, nicht durch tägliche Inaugenscheinnahme den Wald nach seiner Leistungsfähigkeit zu fragen, er wurde in nicht mehr beherrschbarer Größenordnung gemanagt. Jeder Käferbaum, der mit alter Waldarbeitermannschaft nicht älter als vier Wochen wurde, kann sich üppig entfalten, weil nur noch mit Vollerntemaschinen gearbeitet wird, deren Einsatz sich für wenige kranke Bäume nicht lohnt.

 

Während in den Wolfsgebieten von den Schäfern Herdenschutz bei Ersatzansprüchen verlangt wird, sollen wertvolle Neuaufforstungen ohne Schutzmaßnahmen aufwachsen. Wildbestände sind entsprechend zu eliminieren. Für die neue Forstwirtschaft haben alte Forstgenerationen nur noch Kopfschütteln über. Forstdirektor Dr. Sperber – kein Freund des Wildes und der Jäger – veröffentlicht, „daß der durch Windwurf und Käferfraß geschädigte öffentliche Wald zu 50 Prozent aus der Bewirtschaftung heraus genommen werden und der natürlichen Entwicklung überlassen werden sollte.“ Unter dem Gesichtspunkt des Klimawandels ist auf den gleichermaßen geschädigten Flächen der Nationalparke zu beobachten, wie sich in weniger als 20 Jahren kein Wirtschaftswald aber ein gesunder Mischwald entwickelt – kostenlos ohne Einwirkung des Menschen.

 

D. Bertram, 53894 Mechernich

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