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RWJ 12/2018: Zu „Mit Trillerpfeifen gegen den Wolf“ (RWJ 11/18)

Sachlichere Diskussion

Als aktiver Jäger seit 1974, der zusätzlich das Glück hatte, seine jagdlichen Kenntnisse über Jahre durch eine ständige Aus- und Fortbildung bei zwei Berufsjägern und kompetenten Forstmännern zu vergrößern, finde ich es bedauerlich, einen derart undifferenzierten Artikel im RWJ zu veröffentlichen.

 

 

Alle sach- und fachlichen Fehler hier aufzuführen, würde den Rahmen meines Leserbriefes sprengen. Ich würde allen sogenannten „Wolfsexperten“ raten, sich wie ich, erst mal mehrere Monate im Jahr in Gegenden aufzuhalten, die als ausgewiesene Wolfsgebiete seit Jahrzehnten bestehen. Durch diese Erkundungen in Niedersachsen, Mecklenburg- Vorpommern und der Lausitz, der Begleitung der dort mit dem Wolfsmonitoring befassten Menschen, der zahlreichen Gespräche mit betroffenen Bürgern (Landwirte/Jäger/ Förster/Dorfbewohner/Soldaten an Truppenübungsplätzen/ Wolfsberater usw.) kann man sich ein umfangreiches Wissen aneignen und lernt viel darüber, wie normal die Menschen in den bezeichneten Gebieten mit dem Wolf umgehen – und dieses schon seit fast 20 Jahren. Ich habe viele Monate meines Lebens in Grönland, Nationalparks in Skandinavien, Urwald in Paraguay, Kanada, Ost- und Südafrika und weiteren Ländern Südamerikas verbracht. Millionen Menschen leben dort mit Raubtieren aller Art zusammen, wenige sind hysterisch oder klagen. Ich wünsche mir eine sachlichere Diskussion zu diesem Thema. Aufrufe gegen die Verödung und Vergiftung unserer Umwelt durch die Landwirtschaft und andere Faktoren, der damit verursachte Rückgang unserer Niederwildbestände und das immense Insektensterben dürften derzeit angemessener und erforderlich sein. Schade, dass wir als Jäger schon wieder auf dem Weg sind, eine Chance zu verpassen, uns mit einem interessanten Thema sachlich auseinanderzusetzen. F. Steffens, 46514 Schermbeck

 

Anmerkung der Redaktion: Die Beiträge zum Wolf in NRW (RWJ 11/18) waren keine Meinungsmache (Kommentare), sondern eine objektive Darstellung der Sachlage – und der bundesweit steigenden Sorgen der Landbevölkerung angesichts des ungebremsten Populationswachstums.

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