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RWJ 03/2020: Jäger kämpfen für ihre Rechte

Rechtsfreier Raum Hambach?

In Zeiten, in denen zurecht in Medien und sozialen Netzwerken immer lauter vor Auswüchsen durch Extremisten gewarnt wird, muss es erlaubt sein, den Fokus auf Vorkommnisse zu richten, die ohne jeden Zweifel in diesen Kontext gehören, aber leider der breiten Masse der Bevölkerung überhaupt nicht bewusst sind.

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Diese fahrbare Kanzel wurde am Vorabend des Gesprächstermins abgefackelt. Im Schnitt haben jagdliche Einrichtungen ...

Die Rede ist von Zuständen rund um den Hambacher Forst – speziell von verheerenden Konsequenzen für betroffene Jagdreviere im Umkreis von 30 km rund um diesen leider bekanntesten Wald der Republik.

 

  • Dort wurden in den vergangenen Jahren bis heute Hunderte Ansitzeinrichtungen von sogenannten Umweltaktivisten zerstört – sogenannt, weil es sich dabei schlicht um Kriminelle handelt,
  • die durchschnittliche Lebenserwartung einer Ansitzeinrichtung beträgt maximal eine Woche – danach ist sie entweder zerstört, abgefackelt oder als Material für Baumhäuser der Kriminellen entwendet,
  • Vermummte bedrohen regelmäßig Jäger bei der Jagdausübung, demolieren ihre Autos, bedrohen ihre Familien,
  • dadurch wird vielerorts jede Form nachhaltiger Bejagung unmöglich,
  • wer dennoch nach Einbruch der Dunkelheit einen Schuss abgibt, muss als Geleitschutz sofort den RWE-Werksschutz informieren (die Polizei kommt schon lange nicht mehr), weil man sonst nach wenigen Minuten von vermummten Kriminellen attackiert wird,
  • Wildschäden steigen in astronomische Höhen,
  • Anzeigen gegen all diese Delikte werden von der Polizei nur noch widerwillig überhaupt aufgenommen – und zeitnah ohne Erkenntnisse eingestellt,
  • keine einzige Straftat wurde je geahndet,
  • die umliegenden Dörfer werden regelmäßig von den Kriminellen frequentiert – immer vermummt, selbst beim Besuch in Supermärkten und Banken …
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... im Umfeld des Hambacher Forstes eine Lebenswartung von nur einer (!) Woche.

  • auf Nachfrage, wie sich betroffene Jäger verhalten sollten, wenn sie beim Ansitz von Militanten attackiert werden, riet der Aachener Polizeipräsident, in die Luft zu schießen, bis das Magazin leer sei und anschließend die Waffe aus dem Fenster zu werfen …
  • dadurch quasi unbejagbar gewordene Sauen vermehren sich in Massen – wer dort bei gutem Mond auf einer öffentlichen Straße durch die Reviere fährt, kann bei gutem Licht im Feld über 150 Wildschweine zählen. Das alles in Zeiten der unmittelbar vor den deutschen Grenzen stehenden ASP.

Jäger im Landtag

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Die Abgeordneten Frank Boss, Gregor Golland (stv. Vors. CDU-Fraktion), Dr. Christos Katzidis (Sprecher Innenausschuss), Dietmar Panske und Daniel Sieveke (Vors. Innenausschuss/v. l.) nahmen sich Zeit für die Jäger Ivo Drehsen (betroffener Revierinhaber/r.), Dr. Franz-Günter Zeiger (stv. Vors. KJS Rhein-Erft/l.) und Matthias Kruse (Redaktion RWJ/2. v. r.). Foto: F. Höltmann

Als nach unserer Berichterstattung (RWJ 11/2019) Betroffene diese Sachlage im Januar Vertretern des Innenausschusses im Düsseldorfer Landtag schilderten, waren sich Jäger und Abgeordnete einig, dass in Deutschland zwar rechtsfreie Räume nirgendwo geduldet werden dürfen – es sich aber bei der Region rund um den Hambacher Forst ganz unzweifelhaft um einen solchen handelt. Betroffene Jäger, die sich als gesetzestreue Bürger auf den Schutz des Staates verlassen müssen, werden von Regierung, Gesetzgeber, Behörden und Polizei im Stich gelassen. Sie erleiden durch kriminelle Schäden in beträchtlicher Höhe – und müssen zusätzlich Zehntausende Euro Wildschadenersatz bezahlen, die sie nicht mehr verhindern können.

 

Was können Jäger denn überhaupt noch tun – man stelle sich nur vor, in der betroffenen Region würde aus Protest die Bejagung des Schwarzwildes komplett eingestellt – die Konsequenzen wären verheerend. So weit darf es nicht kommen – die Landesregierung ist aufgefordert, an dieser Stelle endlich tätig zu werden, damit Jäger auch dort wieder ihrem gesetzlichen Auftrag nachkommen können, ohne dabei um Leib und Leben fürchten zu müssen. Wir werden über aktuelle Entwicklungen rund um diesen Skandal weiter berichten.

 

Matthias Kruse


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