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RWJ 04/2021: Leserbrief

Kugeln sind besser als Kotflügel!

Zum Aufgang der Rehwildjagd um Kalamitätsflächen im April.

briefkasten

Seit etwa zehn Jahren sind bei uns Wildunfälle merklich zurückgegangen, im Bereich der Straße wird seitdem jedes Reh unter Berücksichtigung der Jagdzeiten und des Tierschutzes erlegt. Bevor Rehe überfahren werden, muss man sie erlegen, Kugeln sind besser als Kotflügel.

 

Nach Untersuchungen von Ellenberg (1975) ist die Aktivität von Rehen im April und Mai am höchsten, gerade Jährlinge und Schmalrehe sind nie wieder so oft zu sehen wie dann. Die reguläre Jagdzeit (ab 1. Mai) beginnt im Grunde genommen erst, wenn die Aktivitätskurve der Rehe schon wieder abfällt. Wenn also entlang viel befahrener Straßen früh genug und im Laufe des Jahres weiter intensiv gejagt wird, können dort Wildunfälle vermieden werden. Der April muss also überall Jagdzeit werden und bleiben.

 

Auch das Schonen einzelner anscheinend erfahrener Rehe bringt nichts, da wir zu keiner Zeit mehr als die Hälfte aller Rehe überhaupt zu Gesicht bekommen.

 

Auslese zu betreiben mit Wild, das nicht sichtbar ist, hat keinen Erfolg.

 

Durch Intervalljagd und Einhaltung von Ruhephasen innerhalb der Jagdzeit konnten wir unsere Bejagung auf vier Monate im Jahr reduzieren – das bringt mehr Ruhe für das Wild und wirkt sich positiv auf den Wildbestand aus.

 

Bei fast einem Drittel Fallwild bei Rehwild in NRW auf der Straße sollten wir endlich handeln. Es geht nicht nur um verunfalltes Wild und Blechschaden, sondern auch um Schmerz und Leid der verunfallten Autofahrer – oder noch Schlimmeres. Bei so viel Wildunfällen sind Jäger mitverantwortlich !

 

Im April häufen sich aufgrund höherer Aktivität merklich Wildunfälle mit Rehwild. Unfallspitzenzeiten müssten auch Hauptjagdzeiten werden.

 

T. Peters, Dormagen

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