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RWJ 09/2020: Leitfaden zur Planung von Gesellschaftsjagden

Herbstjagd unter Corona-Bedingungen

Mit Sorge blicken Jagdleiter und Verantwortliche auf die kommende Saison der Gesellschaftsjagden, zur Vorbereitung in Corona-Zeiten haben NRW-Umweltministerium und Landesjagdverband gemeinsame Empfehlungen ausgearbeitet.

 

 

Die konkrete Corona-Situation für die anstehende Saison der Gesellschaftsund Bewegungsjagden ist jetzt noch nicht vorhersehbar. Zu berücksichtigen sind daher zur Planung immer aktuelle Corona-Bestimmungen. Die folgenden Empfehlungen orientieren sich an aktuellen Vorgaben für NRW – und sollten bei der Jagdplanung berücksichtigt werden.

 

Wirken mehr als vier Personen jagdlich zusammen, ist dies nach § 17 a Abs. 1 Landesjagdgesetz NRW eine Gesellschaftsjagd. Oberster Grundsatz bei der Jagdplanung ist neben organisatorischen Maßnahmen und Sicherheitsvorkehrungen die Durchführung eines ordnungsgemäßen Jagdablaufs bei Reduzierung und Nachverfolgbarkeit von Kontakten der Beteiligten. Der immer zu bestimmende Jagdleiter sorgt für die Einhaltung der Coronaschutzbestimmungen. Dazu zählen:

 

  • Kontakte sind auf das unbedingte Maß zu reduzieren – wo sie nicht zu vermeiden sind, nur unter Wahrung des Sicherheitsabstands und der Hygienevorgaben,
  • wechselnde Kontakte sind zu vermeiden,
  • Zusammenkünfte sollten im Freien oder überdachten Einrichtungen stattfinden,
  • geschlossene Räume sind zu meiden, wenn sie nicht gut durchlüftet werden,
  • treffen Personen in geschlossenen Räumen zusammen, ist die Zahl zeitgleich Anwesender auf eine Person pro 7 m2 Besucherfläche zu begrenzen,
  • Abstandsregeln, Hygienebestimmungen und Kontaktnachverfolgung sind obligatorisch, die Jagdleitung hat Maßnahmen zur Einhaltung des Abstandsgebots (bes. zur Steuerung des Zutritts) zu ergreifen, etwa durch Anbringen gut sichtbarer Markierungen (mind. 1,5 m Abstand),
  • bereits in der Einladung ist unbedingt darauf hinzuweisen, dass Personen mit Husten-, Erkältungs- o. Fieber-Symptomen der Jagd fernzubleiben haben,
  • die Kontaktnachverfolgbarkeit ist für vier Wochen sicherzustellen,
  • AHA (Abstand einhalten, Hygieneregeln beachten, Alltagsmaske tragen),
  • soweit der Mindestabstand (1,5 m) unterschritten werden muss, haben alle Teilnehmer unbedingt eine Mund-Nasen- Bedeckung zu tragen,
  • individuelle Hygienemaßnahmen (Verzicht auf Händeschütteln, Husten/Niesen in die Armbeuge )sind zu beachten,
  • Hygienemaßnahmen wie bereitgestellte Desinfektionsmittel sind zu beachten.

 


Jagdablauf

Größere Ansammlungen sind zu vermeiden. Daher sollte man den Treffpunkt so wählen, dass er entweder an einem zentralen Ort (überschaubare Personenzahl, 1,5 m Abstand, ausreichende Verständigung) oder mit zeitlich versetztem Eintreffen und Abrücken oder örtlich unterschiedlichen Treffpunkten erfolgt.

 


Empfehlungen zur Begegnungs-Reduzierung

  • Der Treffpunkt kann örtlich und zeitlich entzerrt werden, wenn die Gruppeneinteilung vorher erfolgt,
  • allgemeine Einweisungen, Erklärungen und Prüfungen sollten bereits schriftlich mit der Einladung erfolgen,
  • Kopien/Scans von Jagdschein und Schießnachweis können mit der Einladung per Post/E-Mail angefordert werden, von der Kontrolle des Jagdscheins am Jagdtag kann dieser vorherige Versand aus versicherungstechnischen Gründen nicht entbinden. Dies kann der Jagdleiter aber an Gruppenführer delegieren.
  • mündliche Einweisungen sollten auf das Wesentliche beschränkt werden,
  • Gruppenführer sollen Schützen und Treibern bereits vor der Jagd mitgeteilt werden, besonders bei dezentralen Treffpunkten oder zeitversetzter Anreise. In dem Fall übernehmen Gruppenleiter die Aufgabe der Jagdleitung und weisen die Schützen ein, die Gesamtverantwortung verbleibt beim Jagdleiter,
  • sofern möglich, fahren Schützen mit eigenen Fahrzeugen zum Stand,
  • bei unvermeidbaren Sammelfahrten ist von allen Mitfahrern eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen,
  • die Bergung des Wildes erfolgt innerhalb der Gruppe oder durch einen Wildbergetrupp. Das Wild wird an den Aufbruch- und Kühlräumen an einen festen Trupp übergeben, Dritte sollten keinen Zugang haben,
  • nach Bergung und Einweisung der Nachsuchenführer wird die Jagd beendet,
  • coronabedingt sollte der gesellige Teil leider entfallen, dazu kann auch der Verzicht auf Streckelegen, Überreichen von Brüchen, Verblasen der Strecke und Schüsseltreiben zählen,
  • Verpflegung sollte über den gesamten Tag aus dem Rucksack erfolgen.

 


Der Anwesenheitsnachweis zur Kontaktverfolgung/Dokumentation steht nachfolgend oder auf www.ljv-nrw.de allen Mitgliedern kostenfrei zum Download bereit.

RWJ 09/2020: Anwesenheitsnachweis zur Kontaktverfolgung


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