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RWJ 04/2021: LJV-Jahresbericht 2020

Ein denkwürdiges Jahr

Mit dem Jahresbericht 2020 kann man sich schnell über jagd- und verbandspolitisch relevante Vorgänge 2020 informieren. Den vollständigen Bericht gibts an verschiedenen Stellen – kostenlos abrufbar bei der LJV-Geschäftsstelle und unter www.ljv-nrw.de, einsehbar bei den KJS-Geschäftsstellen.

 

 

Corona und Jagd

Seit Beginn 2020 hat die Corona-Pandemie neben zahlreichen Einschränkungen für Alltag und Beruf auch Auswirkungen auf die Jagd und das Verbandsleben, zahlreiche Veranstaltungen der Hegeringe, Kreisjägerschaften und auch des LJV mussten ausfallen. In den ersten Lockdown fiel u. a. die Endphase der Jagdscheinverlängerung in NRW und der eigentliche Termin der landeseinheitlichen schriftlichen Jägerprüfung. Schießstandbesuche, Hundeprüfungen und vieles mehr waren nicht mehr möglich.

 

Selbst die LJV-Mitgliederversammlung musste zweimal verschoben und letztlich am 13. März 2021 online durchgeführt werden.

 

Der LJV hat über alle Änderungen und Coronaschutzmaßnahmen mit Auswirkung auf die Jagd, immer aktuell auf seiner Homepage und per E-Mail informiert.

 

 


Von der Jagdabgabe zum Jagdbeitrag

Präsidium und Landesvorstand des LJV hatten bereits Anfang 2019 ein erstes Konzept zur Einführung eines Jagdbeitrags zum Ersatz der früheren Jagdabgabe erarbeitet. Anschließend wurde die LJV-Mitgliederversammlung beauftragt, nötige Entscheidungen vorzubereiten, um ab 2021 einen Jagdbeitrag in Höhe der bisherigen Jagdabgabe (generell jährlich 45 €/Jäger) zu erheben und in einem transparenten und unabhängigen Haushalt in enger Anlehnung an die bisherige Förderung aus der Jagdabgabe zu bewirtschaften. Bedingt durch die Corona-Pandemie kam es 2020 noch nicht zur Entscheidung über die Einführung, stattdessen informierte der Landesjagdverband über die Notwendigkeit und den Sachstand dazu.

 

 


Erklärfilm Jagdbeitrag und Infoseite

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Um Notwendigkeit, Sinn und Procedere zur Einführung des Jagdbeitrags optimal zu erklären, produzierte der Landesjagdverband einen Film mit einem Interview von Präsident Ralph Müller- Schallenberg, der Ende Januar 2020 den Vorsitzenden der Kreisjägerschaften zugesandt wurde.

 

Aufgrund der Corona-Pandemie mussten viele Mitgliederversammlungen von Kreisjägerschaften und Hegeringen abgesagt, verschoben oder mit deutlich weniger Teilnehmern durchgeführt werden. Daher beschlossen Präsidium und Landesvorstand im Sommer 2020, den Film online zu stellen, er ist auf der LJV-Homepage und dem LJV-Youtube-Kanal abrufbar.

 

 


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Nachtzieltechnik für die Jagd gefordert

2020 hat der LJV das Thema Nachtzieltechnik in seinen Gremien lange diskutiert, seine Positionierung ausführlich erörtert und sich eine Entscheidungsfindung nicht leicht gemacht, da die Haltung dazu unter Jägern verschieden ist. Schließlich sprach sich der LJV dafür aus, eine jagdrechtliche Regelung auch in NRW einzufordern, die die Verwendung von Nachtsichttechnik in Verbindung mit der Waffe im waffenrechtlich zulässigen Rahmen zur Bejagung von Sauen erlaubt. In mehreren Gesprächen und Schriftwechseln wandte sich der LJV mit dieser Forderung an die Landesregierung.

 

Ende November 2020 beauftragte der Landtag NRW die Landesregierung, zur Prävention gegen die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest auf dem Verordnungsweg die Zulassung von Dualuse- Nachtzielgeräten und künstlichen Lichtquellen zur Jagd analog zu anderen Bundesländern schnell und rechtssicher umzusetzen, was letztlich Anfang 2021 auch geschah.

 

 


Wildgenuss NRW–Börse für Wildfleisch

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Gerade in der Corona-Pandemie hat die Online-Vermarktung von Wildbret an Bedeutung gewonnen. Die kostenlose Online-Plattform Wildgenuss NRW bietet beiden Seiten Vorteile: Jäger werden unterstützt, um Wildbret zu vermarkten, Käufer finden über die Postleitzahl-Suche Wildbret-Anbieter in ihrer Nähe und erhalten Informationen zur Jagd, Tipps zur Zubereitung und Rezepte.

 

Außerdem zählen ein regelmäßiger Newsletter, eine Facebook-Seite sowie Info- und Verkostungsstände zu den weiteren Aktivitäten von Wildgenuss NRW.

 

 


Wald und Wild gehören zusammen!

Die Vorsitzenden der Familienbetriebe Land und Forst, des Landesjagdverbandes, der Verbände der Eigenjagdbesitzer und Jagdgenossenschaften im Rheinland und Westfalen-Lippe und des Waldbauernverbands (alle NRW) vereinbarten im Januar 2020 das gemeinsame Positionspapier Wald und Wild gehören zusammen.

 

Tragende Säulen dieses Positionspapiers, das inzwischen auch bundesweit als der nordrhein-westfälische Weg Vorbild- Charakter hat, sind gelebte Eigenverantwortung und Solidarität zwischen Waldbauern und Jägern.

 

 


Wildtierseuchen- Vorsorge-Gesellschaft (WSVG)

Am 10. September 2020 wurde die Afrikanische Schweinepest (ASP) erstmals amtlich auf deutschem Gebiet festgestellt. Falls die ASP nach NRW kommen sollte, steht die WSVG parat, um Seuchenherde einzudämmen. Diese Notfallgesellschaft wurde allein zur Bekämpfung der ASP in Sauenbeständen gegründet, ihre Träger sind die Bauernverbände im Rheinland (RLV) und Westfalen-Lippe (WLV), der Landesjagdverband NRW sowie die rhei- nische und westfälische Hauptgenossenschaft (RWZ/Agravis).

 

 


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Projekt LEPUS NRW

Trotz vereinzelter Lichtblicke der letzten drei Jahre sind die Niederwildbesätze in NRW in vielen Gebieten nach wie vor auf niedrigem Niveau. Neuen Schub zur Niederwildhege gibt das Projekt LEPUS NRW – Lebensräume erhalten, planen und schützen. Umgesetzt wird es in den nächsten drei Jahren von den Stiftungen Westfälische und Rheinische Kulturlandschaft. Unterstützt vom Landesjagdverband und den Verbänden der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in NRW arbeitet das LEPUS-Beratungsteam daran, Lebensraumbedingungen bedrohter Arten in der Agrarlandschaft zu verbessern. Dazu sind auch die beiden Landwirtschaftsverbände als Partner beteiligt.

 

 


Wildtierinformationssystem

2020 wurde in den Referenzrevieren je eine Frühjahrs- und Herbstzählung durchgeführt. An diesen Erhebungen haben sich wiederum nahezu alle der rund 105 Referenzreviere zwischen Rhein und Weser beteiligt – eine beeindruckende Quote.

 

 


Dank ans Ehrenamt

Das Präsidium dankt den im LJV, den Kreisjägerschaften und Hegeringen ehrenamtlich Tätigen sowie allen anderen ehrenamtlich für das Jagdwesen Tätigen für ihr Engagement im vergangenen Jahr. Ohne diese ehrenamtliche Tätigkeit wären zahlreiche Erfolge bei der Arbeit des Verbandes nicht möglich gewesen.

 

Bitte unterstützen Sie uns auch im laufenden Jahr mit Ihren Ideen und Ihrem tatkräftigen Einsatz!

 

LJV


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