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RWJ 12/2020: Ortstermin am Hambacher Forst

„Von der Politik vergessen und der Polizei nicht beschützt ...“

Im Frühjahr berichtete der RWJ von zerstörten Hochsitzen und bedrohten Jägern im Umfeld des Hambacher Forstes. Daraufhin wurde ein betroffener Revierinhaber in den Arbeitskreis Innenpolitik der CDU-Landtagsfraktion eingeladen. Jetzt kamen die Abgeordneten zu einem Vor-Ort-Termin nach Morschenich (DN).

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Trafen sich zum Gedankenaustausch in Alt-Morschenich (v. l.): Die Landtagsabgeordneten Dr. Christos Katzidis MdL, Dietmar Panske MdL, Ortsvorsteher Michael Dohmes (Morschenich), Jagdpächter Ivo Drehsen, Ortsvorsteher Dirk Guder (Merzenich), Bürgermeister Georg Gelhausen und Thomas Schnelle MdL Fotos(2): F. Höltmann

Unweit der Abbruchkante stehen CDU-Abgeordnete, Lokalpolitiker und Jäger Ivo Drehsen mit Corona- Abstand im mittlerweile fast unbewohnten Dorf Morschnich bei Düren und besprechen das weitere Vorgehen. Der kleine Ort sollte eigentlich dem Tagebau weichen, wird nun zwar doch nicht abgebaggert, aber dennoch zum Teil abgerissen.

 

Es ist kompliziert vor Ort – auch im Umgang mit Bürgerinitiativen, die gegen den Braunkohle-Tagebau kämpfen und linksradikalen Bewohnern von Baumhäusern im Hambacher Forst, die den Protest gegen die Braunkohle als Vorwand nutzen, um einen militanten Kampf gegen Marktwirtschaft, Staat, Polizei, (Parteien-)Demokratie – und auch die Jagd zu führen.

 

Zu diesem Kampf gehört seit Jahren auch die Zerstörung jagdlicher Einrichtungen und die Bedrohung unbescholtener Jäger. Die Berichterstattung im RWJ und die Initiative von Chefredakteur Matthias Kruse bei NRW-Innenminister Herbert Reul führte dazu, dass Jagdpächter Ivo Drehsen mit dem stv. Vorsitzenden der KJS Rhein-Erft, Dr. Franz-Günter Zeiger nach Düsseldorf eingeladen wurde, um über die unhaltbaren Zustände zu berichten.

 

Die Abgeordneten versprachen, sich die Situation vor Ort anzusehen, was jetzt mit coronabedingter Verspätung geschah. Eigentlich wollten die Parlamentarier schon im März an den Hambacher Forst kommen.

 

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Die Polizei geht davon aus, dass Personen aus dem Umfeld der Protestcamps für Dutzende zerstörte jagd­liche Einrichtungen rund um den Hambacher Forst ­verantwortlich sind.

Christos Katzidis, Landtagsabgeordneter aus Bonn und früherer Polizist, versprach, sich beim Innenminister für die Jäger einzusetzen. Unter denen ist die Stimmung nach jahrelangen Schikanen durch Extremisten am Tiefpunkt angelangt. Drehsen, einer der Hauptbetroffenen, brachte es gegenüber den Abgeordneten auf den Punkt: „Ich versuche weiter, die Leute im Zaum zu halten, aber das wird immer schwieriger, wenn man das Gefühl hat, von der Politik vergessen und von der Polizei nicht beschützt zu werden.“

 

Felix Höltmann


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