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RWJ 03/2018: Messe-Rückblick

Übertragen Wölfe die Schweinepest?

In zahlreichen Internetforen und sozialen Netzwerken kursiert seit Wochen das Gerücht, Wölfe wären maßgebliche Überträger der Afrikanischen Schweinepest (ASP).

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Foto: K.-H. Volkmar

Auch auf der „Jagd & Hund“ waberte diese These zwischen Aussteller- Ständen und Veltins-Biotop hin und her. Nur der Wolf würde bekanntermaßen mehrere Hundert Kilometer in kurzer Zeit wandern, hieß es dort. Als aufmerksamer Beobachter konnte man fast den Eindruck gewinnen, dass es manchem „Experten“ gerade recht kam, mit diesem „Faktum“ nun endlich etwas in der Hand zu haben, um in der Bevölkerung gegen den zum Wolf punkten zu können.

 

DJV und FLI positionieren sich

Dass diese „Argumentation“ auf ganz schwachen wissenschaftlichen Füßen steht, stellte der DJV nun klar. Der Jagdverband fragte das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), welche Rolle der Wolf bei der Ausbreitung der ASP spiele. Die in Deutschland maßgeblichen Wildkrankheits-Experten betonten, dass Wölfe das Virus nicht ausscheiden, nachdem sie es mit einem gerissenen Stück Schwarzwild oder einem Kadaver aufgenommen haben. Prinzipiell könnten alle Prädatoren das Virus in Form von Wildbret im Fell oder im Fang transportieren. Wölfe nimmt aber keine Nahrungsvorräte über lange Distanzen mit. Eine direkte Verschleppung ist daher unwahrscheinlich. Es gibt keine Hinweise, dass sich das Virus längerfristig über kontaminierte Zähne oder Haare übertragen lässt, so die Wissenschaftler. Besonders Aasfressern käme unter Umständen sogar eine positive Rolle bei der Beseitigung von Kadavern zu. Aus wissenschaftlicher Sicht entbehren die Gerüchte jeder Grundlage.

 

Felix Höltmann


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