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RWJ 05/2021: Editorial

Ruhe im Revier

Die Brut- und Setzzeit hat begonnen. Überall in den Revieren kommt neues Leben auf. Mit unserem April-Plakat (Motiv eines schlafenden Babys) haben wir Jäger darauf aufmerksam gemacht, dass unsere Wildtiere Ruhe brauchen, um ihre Jungen aufzuziehen. Störungen sind leider trotzdem überall an der Tagesordnung.

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Nicole Heitzig
Präsidentin des Landesjagdverbandes NRW

Die weiter anhaltende Corona-Pandemie und der Wunsch der seit Monaten daheim eingesperrten und am Reisen gehinderten Menschen treibt viele hinaus in die Natur. Leider hält sich dabei nicht jeder an die Regeln der Rücksichtnahme in Feld, Wald und Flur. Abseits der Wege tummeln sich Mountainbiker, Quads, Motocrosser, Wanderer, Abenteurer und sonstige Naturnutzer. Dazu kommt es leider immer wieder zu unschönen Zwischenfällen mit frei laufenden Hunden.

 

Auch uns Jäger zieht es nun wieder häufiger hinaus – und natürlich fallen uns die Auswüchse und Hinterlassenschaften hemmungs- und rücksichtsloser Mitbürger besonders ins Auge. Auch das Verhalten der Wildtiere hat sich vielerorts geändert. In einigen Bereichen mit Rotwild ist die Bildung von Großrudeln zu beobachten, die (auch durch die Käfer-Kalamitäten ihrer Einstände beraubt) aufgeschreckt durch die Landschaft hetzen und den Straßenverkehr kreuzen, immer wieder aufgemüdet von neuen Störungen. Nicht immer steckt dahinter böse Absicht – so weiß manch Zeitgenosse schlicht nicht, welche Handlungen störend sind und wie man sich in Wald und Feld richtig verhalten sollte. Wo immer wir Raum und Zeit finden, sollten wir mit netten Worten und im richtigen Rahmen (also sicher nicht von oben herab aus dem Geländewagen ...) solche Erholungsuchenden aufklären und um Rücksichtnahme bitten.

 

Dafür stehen uns viele Kanäle zur Verfügung. Wir müssen dabei aber immer glaubwürdig bleiben ... und nicht wie dieses Schild aus der Rubrik Öffentlichkeitsarbeit des Monats – weder gibts derzeit Anlass zur Tollwut- Abwehr, noch empfiehlt sich der Hinweis auf scharf gestellte (gefährliche, also in NRW verbotene Totschlag-)Fallen, zumal in der Brut- und Setzzeit.

 

Und – wer mit Schildern auf Wildruhezonen hinweist, sollte diese natürlich auch selbst entsprechend respektieren. Bei allem Ärger über manche Begebenheit wünsche ich Ihnen aber in diesen Wochen vor allem das tiefe Glück bei der Sichtung der ersten Kitze ... und Waidmannsheil zum Aufgang der landesweiten Jagdzeit auf Schmalreh und Bock !

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