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RWJ 05/2020: Editorial

LJV trotzt Corona

Telefonkonferenzen und Videoschaltungen sind die Kommunikationsformen dieser Wochen. Auch die LJV-Geschäftsstelle musste sich schnell auf die Corona-Krise umstellen.

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Ralph Müller-Schallenberg
Präsident des Landesjagdverbandes NRW

Während die Geschäftsleitung in Dortmund weiter alles koordiniert, leisten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ganz überwiegend im Homeoffice ihre Arbeit, in Einzelfällen unterbrochen durch Präsenztage für notwendige Post- und Versandarbeiten. So wurde direkt ab Inkrafttreten der Corona-Auflagen gewährleistet, dass sämtliche Arbeiten in der gewohnten Geschwindigkeit und Qualität erledigt werden können. Dafür ein herzliches Dankeschön an all‘ unsere Mitarbeiter. Wesentlich ärger getroffen wurde unser Vereinsleben durch stornierte Tagungen, Schulungen und ausgefallene Jahresversammlungen der Kreisjägerschaften und Hegeringe. Das LJV-Präsidium hat am 1. April erstmals in einer Telefonkonferenz getagt.

 

Wir waren uns einig, dass wir zwei bedeutende Entscheidungen über die Zukunft unseres Verbandes treffen müssen – die Wahl eines neuen Präsidiums und die Einführung des eigenverantwortlichen Jagdbeitrages statt der abgeschafften staatlichen Jagdabgabe in gleicher Höhe von 45 € pro Jahresjagdschein. Dazu gehört, unsere Mitglieder kontinuierlich mit Informationen zu versorgen. Wir werden über das Konzept des Jagdbeitrages alle Fragen beantworten, die sonst auf ausgefallenen Versammlungen dieses Frühjahrs in den Kreisjägerschaften und Hegeringen hätten gestellt werden können. Die Kommunikation dafür war schon vor Ausbruch der Corona- Krise fertig konzipiert, und wir stellen diese Leistung so bereit, dass vor der entscheidenden LJV-Mitgliederversammlung jedes Mitglied Antworten auf seine Fragen finden kann.

 

Wichtiges Thema im Zusammenhang mit Corona war die Verlängerung von Jagdscheinen rechtzeitig zum neuen Jagdjahr am 1. April. Mit Hilfe von Vizepräsident Hans-Jürgen Thies haben wir Klarheit und Rechtssicherheit schaffen können, sodass nach meiner Kenntnis dabei nirgendwo in Nordrhein-Westfalen ein Problemfall übrig blieb. Auch die Jagdausübung in Zeiten der Kontaktbeschränkungen konnten wir unter Beachtung aller Voraussetzungen zufriedenstellend klären. Wie überall hat für uns der Schutz der Gesundheit unserer Mitglieder und Mitarbeiter und der gesamten Bevölkerung Vorrang. Einschränkungen nehmen uns (Stand Anfang April) nichts Wesentliches bei der Jagdausübung, die zur systemrelevanten Landwirtschaft gehört. Eine andere Krise, nämlich die der heimischen Forstwirtschaft, ist derzeit völlig aus dem Blick der Öffentlichkeit verschwunden. Nicht so bei uns Jägern.

 

So wurden in den Hauptschadensgebieten schon im April Schmalrehe und Böcke bejagt. Das muss aber eine befristete Notmaßnahme bleiben. Jagen wir lieber grundsätzlich in der jetzt beginnenden regulären Jagdzeit scharf, aber waidgerecht ! Trotz aller Bedrückungen und Sorgen dieser Wochen wünsche ich Ihnen zum traditionellen Aufgang der Jagd auf Böcke und Schmalrehe am 1. Mai ein herzliches Waidmannsheil. Vielleicht finden wir alle dabei ein wenig Ablenkung von der Corona-Krise, auch wenn wir in Wirtschaft und Gesellschaft mit den Folgen noch lange zu tun haben werden.

 

Nach der Entscheidung von Bund und Ländern am 15. April, Großveranstaltungen zu verbieten und den Bundesländern die Einzelheiten darüber zu überlassen, lagen bis zum 20. April dazu aus NRW keine weiteren Details vor. Da die Durchführung des Landesjägertages und der LJV-Mitgliederversammlung am 22. August schon zuvor fragwürdig zu werden begann und nach aktuellem Stand ausgeschlossen erscheint, haben wir frühzeitig mit der Prüfung anderer Termin-Optionen begonnen. Das Ergebnis werden wir unverzüglich mitteilen.


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