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RWJ 06/2022: Editorial

Keine faulen Kompromisse!

Die Landtagswahl im bevölkerungsreichsten Bundesland ist gelaufen. Gerade mit den Stimmen des ländlichen Raums hat die CDU unter ihrem bisherigen Ministerpräsidenten das mit Abstand beste Ergebnis erreicht.

Heitzig Nicole

Daran müssen sich die Verantwortlichen in diesen Wochen messen lassen,

wenn es daran geht, unterschiedliche politische Absichten in einem Koalitions-vertrag zueinanderzubringen. Dazu werden von allen Beteiligten Kompromisse nötig sein, auch schmerzhafte. Doch jeder Eindruck, allein um den Preis des Regierens vitale Interessen des ländlichen Raumes in einer Koalitionsverein-barung zu „opfern“, wäre nichts anderes als ein fauler Kompromiss. Zu diesen vitalen Interessen gehören auch unsere, die der Jäger zwischen Rhein und Weser. Wir erwarten daher, dass etwa Fragen rund um den Wolf, den Schutz bedrohter Arten durch Prädatoren-Management und die Niederwildhege nicht erneut mit Ideologie statt Sachverstand – und v. a. nicht gegen, sondern mit den Betroffenen gelöst werden. Für sachliche Diskussionen wird der Landesjagd-

verband NRW dazu natürlich auch einer neuen Landesregierung ein verlässlicher Partner sein.

Nach Wochen der intensiven Rehwild-Bejagung ist nun die Zeit ganz bewusster Jagdruhe. Erfreuen wir uns an den wunderbaren Bildern der innigen Nähe zwischen Ricken und Alttieren zu ihren Kälbern und Kitzen. Ganz unabhängig vom Schutz der Muttertiere (unser höchstes Gut in geschriebenen wie ungeschriebenen Gesetzen!) unterscheidet gerade die tiefe Freude beim Erleben solch intensiver sozialer Bindungen beim uns anvertrautem Wild echte Jäger von rein funktionalen Erlegern.

Besonders vor diesem Hintergrund möchte ich mich bei den zahlreichen DrohnenTeams und Wildretter-Trupps, die in diesen Wochen mit ihrem unermüdlichen Einsatz Jungwild vor dem Ausmähen bewahren, ganz herzlich bedanken!

Passend zur ruhigeren Zeit lade ich jeden von Ihnen persönlich ein, im Juni an zwei Höhepunkten im Jahr der heimischen Jäger teilzunehmen:

– Nach zwei Jahren pandemiebedingter Zwangspause treffen wir uns alle

vom 7. bis 12. Juni in den Dortmunder Westfalenhallen endlich wieder zur Jagd&Hund. In diesem RWJ haben wir in einem Sonderteil (MESSE-SPEZIAL) alle dazu nötigen Informationen zusammen getragen. Ich freue mich besonders darauf, bei diesem Fest der Jägerinnen und Jäger mit möglichst vielen von Ihnen zusammenzukommen. Nutzen Sie die Chance zum persönlichen Gespräch – etwas, was wir alle in den leidvollen letzten Jahren so schmerzhaft vermisst haben! Neben der Fülle von Angeboten und Dienstleistungen rund ums Waidwerk und unsere Hunde verspricht das neue Messekonzept mit interessanten, kostenlosen Angeboten gerade auch spannende Begegnungen mit der nichtjagenden Bevölkerung. Auch darauf freue ich mich.


– Eine Woche später können wir an gleicher Stelle am 18. Juni Gott sei Dank auch wieder in Präsenz zum Landesjägertag und der LJV-Mitgliederver-

sammlung zusammenkommen. Auch dabei wäre ein „volles Haus“ besonders wichtig – gerade auch, um der neuen Landesregierung von Dortmund nach Düsseldorf ein kraftvolles Signal der Geschlossenheit zu senden: Mit uns Jägern in Nordrhein-Westfalen ist auch in Zukunft zu rechnen!

Titelbild

Zum Titelbild: In diesen Wochen kommt der Nachwuchs der wiederkäuenden Schalenwild-Arten zur Welt. Besonders in dieser Zeit braucht unser Jungwild Ruhe und Schutz – vor wildernden Hunden, Spaziergängern ... und Erntemaschinen.
 

Titelbild + Foto Messe-Titel: K. - H. Volkmar


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