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RWJ 07/2018: Editorial

Guter Geschmack

Gut ein Jahr nach der Landtagswahl finden in Nordrhein-Westfalen die Leistungen der Jäger wieder die gebotene politische Anerkennung. Der Kurs der nordrheinwestfälischen Landesregierung in der Jagdpolitik ist mit der Koalitionsvereinbarung nach der Landtagswahl vor einem Jahr klar und mit dem Entwurf des neuen Landesjagdgesetzes Anfang Mai eindrucksvoll und zuverlässig bestätigt worden.

Das Foto zeigt Ralph Müller-Schallenberg - Präsident des Landesjagdverbandes Nordrhein-Westfalen.

Ralph Müller-Schallenberg, Präsident des Landesjagdverbandes NRW.

Auf dem Landesjägertag am 9. Juni in Köln hat Staatssekretär Dr. Heinrich Bottermann aus dem Umweltministerium deutlich gemacht, dass es dabei auch nach der Berufung der neuen Ministerin Ursula Heinen-Esser bleibt. Der höchste Beamte des zuständigen Ministeriums war noch zu Zeiten von Christina Schulze Föcking zum Landesjägertag nach Köln entsandt worden, weil die Kabinettsmitglieder der CDU auf dem gleichzeitig stattfindenden Landesparteitag ihrer Partei in Bielefeld einen Pflichttermin hatten. Frau Heinen-Esser, die vom CDU-Parteitag einen Gruß an den Landesjägertag sandte, kennt die Jäger und hat schon auf dem Bundesjägertag 2010 eine vernünftige und ausgewogene Jagd- und Forstpolitik vertreten. Nach ihrer Ernennung haben wir unverzüglich den Kontakt mit ihr aufgenommen, um gemeinsam die weitere Umsetzung und andere jagdpolitische Fragen im Lande zu besprechen.

 

Die Landesregierung von CDU und FDP unter Ministerpräsident Armin Laschet hat zügig und mit großer Entschlossenheit den Entwurf für ein modernes und praxisorientiertes Jagdrecht in Nordrhein-Westfalen vorgelegt und damit Wort gehalten. Erste Stellungnahmen aus den Regierungsfraktionen von CDU und FDP bestätigen das. Das alte, gegen den Widerstand des gesamten ländlichen Raumes verabschiedete Landesjagdgesetz wird wieder vom Kopf auf die Füße gestellt und praktischen Erfordernissen gerecht. Das müsste auch die SPD mittragen können, die ohne Begeisterung aus Koalitionsräson das Vorhaben ihres früheren grünen Regierungspartners im Jahr 2015 mit verabschiedet hat. Es wäre schade, wenn als einzige Oppositionspartei die AfD dem künftigen Landesjagdgesetz zustimmt. Jetzt besteht die Chance, Land und Leute wieder ohne ideologische Voreingenommenheit angemessen zu respektieren und die Eigenverantwortung ohne Bevormundung zu stärken. Jetzt wird beim Landesjagdgesetz konsequent umgesetzt, was die Regierungsparteien vor der Wahl versprochen haben. Eine Bestätigung sehe ich auch darin, dass an unserem jüngsten parlamentarischen Jägerabend in Düsseldorf Mitte Mai nicht nur maßgebliche Fachpolitiker, sondern auch die Vorsitzenden der Regierungsfraktionen von CDU und FDP, Bodo Löttgen und Christof Rasche, teilgenommen haben. Der Drops bis zu einem neuen Landesjagdgesetz ist zwar noch nicht gelutscht – aber ausgepackt und der erste Geschmack nicht schlecht.

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