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RWJ 12/2018: Editorial

Der nächste Schritt

Wir sind mitten in den herbstlichen Jagden, ein Großteil davon ist schon vorüber und das Jahr 2018 in wenigen Tagen sowieso. Für die Jagdpolitik in Nordrhein- Westfalen wird es nach aller berechtigten Voraussicht ein gutes Jahr gewesen sein. Denn am Ende 2018 ist auch Silvester für das alte Jagdrecht, spätestens zum neuen Jagdjahr am 1. April 2019 soll das neue nordrhein-westfälische Landesjagdgesetz in Kraft treten.

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Ralph Müller-Schallenberg
Präsident des Landesjagdverbandes NRW

Mitte November gab es dazu vor der bald erwarteten Verabschiedung eine Anhörung im Landtag, Vizepräsident Hans-Jürgen Thies und ich waren als Experten geladen. Es war für uns beide kein ganz neuer Termin, wir waren schon dabei, als 2015 das praxisferne Jagdgesetz gegen den geballten Protest von Jägerschaft und ländlichem Raum durchgepeitscht wurde. Damals war es ein Großauflauf – 40 Fachleute waren geladen, die Anhörung ging über einen ganzen Tag von morgens bis in den Abend. Ganz anders jetzt, als es um die Korrektur ging, die von der neuen Landesregierung aus CDU und FDP vorgelegt worden ist. 12 Vertreter der Fachwelt waren von 10 bis 12.30 Uhr mit dem Thema im Landtag durch. Hans-Jürgen Thies und ich konnten für den Landesjagdverband die Notwendigkeit der geplanten Veränderungen nachweisen. Die Regierungsfraktionen waren stark vertreten, die oppositionelle SPD mit zwei, die Grünen mit einem Abgeordneten präsent. Der nächste Schritt für ein neues Landesjagdgesetz – das darf man nach dieser Anhörung vom 12. November sicher sagen – ist getan.

 

Das künftige Jagdgesetz wird sich stärker an der Jagdpraxis orientieren und Sonderregelungen wie beim Schießnachweis auf Kosten der bundesweiten Einheitlichkeit jagdrechtlicher Regeln beseitigen. Die Novellierung des Gesetzes ist nicht im Ansatz so umstritten, wie es die Verabschiedung des alten Jagdrechts war. Sicher gibt es immer noch Jagdgegner, aber die politischen Grabenkämpfe um die Jagd scheinen wenigstens in Nordrhein-Westfalen einstweilen der Vergangenheit anzugehören. Das ist gut so und offenkundig auch der Tatsache geschuldet, dass in den früheren Regierungsparteien (viele bei der SPD, einige selbst bei den Grünen) erkannt haben, damals weit übers Ziel hinausgeschossen zu sein. Umso besser, wenn nun in relativ ruhigem politischen Fahrwasser die erforderlichen Korrekturen kommen. Dies ist das Ergebnis harter Überzeugungsarbeit auf allen Ebenen des Landesjagdverbandes. Politische Geschenke gibt es nicht, auch nicht in diesen Tagen, die reich damit gesegnet sind.

 

Ihnen und Ihren Angehörigen wünsche ich frohe Weihnachten, Glück und Segen für das kommende Jahr und verbinde damit meinen Dank für den vielfältigen Einsatz unserer Mitglieder – in der sicheren Erwartung, dass wir davon auch 2019 nicht so schnell genug bekommen können.

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