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RWJ 03/2018: Editorial

ASP-Prävention gemeinsam

Die „Jagd & Hund“ 2018 hat die jagdpolitische Wende in Nordrhein-Westfalen zu mehr jagdpraktischer Vernunft bestätigt. Mit Ministerin Christina Schulze Föcking war endlich wieder das zuständige Kabinettsmitglied zur Messeeröffnung nach Dortmund gekommen. Sie hat dort für die erste Jahreshälfte 2018 einen Entwurf zur Novellierung des Landesjagdgesetzes angekündigt. Die Landesregierung von CDU und FDP zögert also nicht.

Das Foto zeigt Ralph Müller-Schallenberg - Präsident des Landesjagdverbandes Nordrhein-Westfalen.

Ralph Müller-Schallenberg, Präsident des Landesjagdverbandes NRW.

Auch wenn nach den Worten der Ministerin Gründlichkeit vor Schnelligkeit geht, so hat sie bereits die ersten Punkte einer Gesetzesänderung festgezurrt. Dazu gehört die Ausweitung der Liste jagdbarer Arten entsprechend dem Bundesjagdgesetz, Änderungen bei den Jagd- und Schonzeiten, eine schon praktizierte Ausweitung der Fuchsbejagung, der Ersatz des Leistungs- durch einen „Schießübungsnachweis“ und die Erweiterung der zulässigen Kirrmenge auf einen Liter.

 

Neben diesen ersten Details ist es mindestens ebenso wichtig, dass sich das politische Klima im Land gegenüber der Jagd grundlegend verändert hat. Jäger, Landwirte und Fischer sind für die neue Landesregierung kompetente und seriöse Partner, denen der Gedanke der Nachhaltigkeit selbstverständlich ist, so Christina Schulze Föcking. Interessant war, dass sie den Tag der jagdpolitischen Wende weniger mit der Landtagswahl am 14. Mai vergangenen Jahres verbindet, sondern mit einem anderen Datum, wie sie in Dortmund sagte. Sie erinnerte an den 18. März 2015 – den Tag der Großdemonstration vor dem Düsseldorfer Landtag, als 15 000 Menschen gegen jenes Landesjagdgesetz Protest liefen, das jetzt „entremmelt“ wird.

 

Der Landesjagdverband setzt sich gemeinsam mit Landesregierung, Landwirten, Veterinären und Fleischmarktakteuren für pragmatische Lösungen in der Seuchenprävention gegen den Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland und Nordrhein-Westfalen ein. So fordern wir von den Behörden die sofortige Befreiung von Gebühren für die Untersuchung von Trichinenproben für alle erlegten Sauen. Gleichzeitig arbeiten wir mit dem Umweltministerium und der Fleischindustrie an einem Konzept zur Stützung des Marktes für Wildschwein-Fleisch.

 

Wir erwarten für unseren Einsatz übrigens keine Aufwandsentschädigungen oder Abschussprämien. Entsprechende Geldmittel sollten stattdessen für die vorgenannten entlastenden Maßnahmen eingesetzt werden. Bereits bei der Klassischen Schweinepest haben wir bewiesen, dass die Jäger willens und in der Lage sind, auch Aufgaben zum Wohle der Allgemeinheit bestens zu erfüllen. Zusammen mit der Landwirtschaft haben wir eine ASP-Taskforce für die Kreisebenen entwickelt und am 7. Februar der Leitung des Landesministeriums vorgestellt.

 

Panik ist eine verzichtbare Voraussetzung für die Präventionsarbeit. Das gilt auch für Vorabschuldzuweisungen, und zwar an jedwede Adresse. Nicht jede Forderung, wie etwa nach einem 70-Prozent-Abschuss, ist sinnvoll und seriös. Klar sein sollte auch, dass das Schwarzwild mit Ausnahme führender Bachen überall intensiv bejagt werden muss, also auch in Staatsforsten, Naturschutzgebieten und selbsternannten befriedeten Bezirken.

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