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RWJ 04/2019: Editorial

„Waidmanns Heilung“

Es ist geschafft: Pünktlich zum neuen Jagdjahr haben wir zum 1. April ein neues Landesjagdgesetz. Es orientiert sich endlich wieder an guten jagdpraktischen Erfordernissen und mehr Bundeseinheitlichkeit. Die jagdpolitische Wende in Nordrhein-Westfalen zu mehr jagdpraktischer Vernunft ist damit besiegelt.

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Ralph Müller-Schallenberg
Präsident des Landesjagdverbandes NRW

Handwerkliche Fehler im alten Landesjagdgesetz wurden durch praxisnahe Entscheidungen unter Beachtung naturschutzfachlicher und sozialer Anforderungen behoben. Dafür hat der Landesjagdverband mit den Partnern des ländlichen Raumes über Jahre erfolgreich gekämpft, auch wenn nicht alle unsere Forderungen erfüllt wurden. Allen Mitgliedern des Landesjagdverbandes und unseren Partnern, die in großer Zahl und mit eindrucksvollem Engagement an diesem Erfolg beteiligt sind, danke ich sehr herzlich für ihren Einsatz.

 

Die Regierungskoalition von CDU und FDP setzt mit dem Jagdgesetz um, was sie vor der Landtagswahl im Mai 2017 versprochen hat. Das ist gute demokratische Art und verdient Anerkennung. Zustimmung gefunden hat das neue Landesjagdgesetz im Landtag auch bei der AfD und drei fraktionslosen Abgeordneten. Allen Abgeordneten, die dieses moderne, an guter jagd licher Praxis ausgerichtete Landesjagdgesetz ermöglicht haben, danke ich für ihre Zustimmung. Von den Grünen war vielleicht nichts anderes als Gesprächsverwei gerung und Ablehnung zu erwarten. Gewundert habe ich mich über die SPD, zumal längst nicht alle Regelungen des damaligen Gesetzes von uns abgelehnt wurden und weiter gelten. Aber die SPD-Landtagsfraktion bleibt einstweilen selbst in der Opposition jagd politisch an der für die Sozialdemokraten so verhängnisvollen Haltung ihres einstigen Koalitionspartners hängen. Mit dem Remmelschen Jagdgesetz hat Rot-Grün 2015 den ländlichen Raum gegen sich aufgebracht.

 

Insofern lag die „Frankfurter Allgemeine“ richtig, als sie einen Beitrag zur Verabschiedung des Jagdgesetzes der Regierung Laschet mit dem Titel „Waidmanns Heilung“ versah. Neben dem Text stand in der FAZ das legendäre Foto vom Demonstrationszug im März 2015 auf der Rheinkniebrücke zum Düsseldorfer Landtag. Was mit den Regionalkonferenzen 2014 begann, sich mit einer der größten Demonstrationen vor dem Landtag fortsetzte, in die erfolgreiche Volksinitiative gegen das Remmelsche Landesjagdgesetz mündete und mit der Abwahl von Rot-Grün bei der Landtagswahl im Mai 2017 einen vorläufigen Höhepunkt fand, ist nun zum Abschluss gekommen. In der Politik hat unsere Kampagne bis heute Eindruck hinterlassen, das von Rot-Grün 2015 verabschiedete Jagdgesetz ihres Amtsvorgängers Johannes Remmel (Grüne) habe sich zum „Kreuzzug gegen die ländlichen Räume bei uns in Nordrhein-Westfalen entwickelt“, sagte Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) bei der Verabschiedung des neuen Landesjagdgesetzes Ende Februar.

 

Die Jagdpolitik der Landesregierung von 2015 sei für sie„ unfassbar“, sie verstehe alle Menschen, die damals demonstrierten. Schon damals hieß unser Motto „Für Land und Leute! Schluss mit den Verboten!“ Davon ist jetzt ein ganzes Stück jagdpolitische Wirklichkeit geworden, alle wichtigen Einzelheiten dazu finden Sie auf den folgenden Seiten.

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