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RWJ 05/2021: Flächendeckende Erfassung 2019

Zahl der Rebhühner in 10 Jahren halbiert

Nur noch ein Paar alle 4 km2, DJV fordert Produktionsziel Artenvielfalt, damit wieder Lebensräume entstehen, Landwirte müssen ausreichend entlohnt werden.

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Foto: K. - H. Volkmar

In Deutschland lebte 2019 durchschnittlich nur noch ein Rebhuhnpaar auf einer Fläche von vier Quadratkilometern – eine Halbierung innerhalb von 10 Jahren. Jäger haben für die flächendeckende Erfassung insgesamt etwa 21 200 Rebhuhnpaare auf 78 000 km2 erfasst. Das DJV- Monitoring umfasst etwa 43 Prozent aller landwirtschaftlichen Flächen. Das Rebhuhn ist eine Zeigerart für den Zustand des Offenlands. Da sein Bestand weiter sinkt, fordert der DJV mehr politische Anreize zur Artenvielfalt.

„Wenn Landwirte auf ihren Flächen Naturschutz betreiben, muss Politik das künftig entsprechend entlohnen“, sagte DJV-Vizepräsident Helmut Dammann- Tamke. Biodiversität gebe es in großem Stil nur mit Landwirten, schließlich bewirtschafteten sie mehr als die Hälfte der Fläche Deutschlands. Der DJV fordert, dass Agrarumweltmaßnahmen künftig Einkommensanreize enthalten und nicht nur den Mehraufwand der Landwirte kompensieren. Denkbar wären Ausschreibungsmodelle nach niederländischem Vorbild. Entscheidend für das Rebhuhn und andere Offenlandarten ist eine abwechslungsreiche Feld- und Saumstruktur. Neben Brachen sind Blühflächen mit heimischen Pflanzen wichtig, die über den Winter stehen bleiben und als Bruthabitat im Frühjahr dienen.

Der DJV begrüßt den neuartigen Ansatz von Ökoregelungen auf EU-Ebene. Diese können aber nur eine Basis darstellen für eine Landwirtschaft, die sich künftig stärker an Umweltzielen ausrichten soll. Das Produktionsziel Artenvielfalt erreicht Deutschland allerdings nur durch attraktive Agrarumweltmaßnahmen. So sollten laut DJV künftig produktionsintegrierte Maßnahmen wie ausgedünnte Getreidebestände mit Einschränkungen im Herbizid- und Insektizideinsatz gefördert werden. Davon profitieren Insekten, die Pflanzenwelt und Zielarten wie Rebhuhn oder Braunkehlchen. Eine weitere attraktive Agrarumweltmaßnahme könnte Energie aus Wildpflanzen sein. Dabei ersetzen mehrjährige Blühflächen aus heimischen Pflanzen Mais, so entsteht Lebensraum für Insekten und somit auch für Rebhuhn oder Feldlerche.

Das Rebhuhn wird in etwa der Hälfte der Bundesländer ganzjährig geschont. Dazu verzichten Jäger freiwillig auf die Jagd, wenn diese nicht mehr nachhaltig möglich ist. Die Statistik 2018/19 weist für Deutschland nur noch rund 1 900 Rebhühner aus, davon zwei Drittel Fall- und Unfallwild. Mit dem Netzwerk Lebensraum Feldflur oder der Allianz für Niederwild setzen sich Jäger zum Erhalt des Rebhuhns ein, das Projekt Bunte Biomasse wurde 2020 in der UN Dekade Biologische Vielfalt 2020 ausgezeichnet.

 

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