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RWJ 09/2021: Erneut mehr tote Nutztiere

Wolfsrisse nehmen dramatisch zu

Die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Wolf (DBBW) hat die neuen Zahlen der von Wölfen verursachten Schäden veröffentlicht.

Schaf

Innerhalb von nur zwei Jahren hat sich die Zahl der Nutztier-Risse durch Wölfe in Deutschland nahezu verdoppelt. Man darf gespannt sein, wie lange die Politik berechtigte Ansprüche der Weidetierhaltung weiter unter „ferner liefen“ behandelt...

Danach lebten im Monitoringjahr 2019/20 in Deutschland (nachgewiesen)

128 Rudel, 39 Paare und neun einzelne Wölfe.

Die Zahl der geschädigten Nutztiere stieg gegenüber dem Vorjahr um 37%.

„Es zeigt sich wieder einmal, dass die Zunahme der Schäden an Nutztieren annähernd exakt mit der jährlichen Zuwachsrate an Wölfen korreliert. Es wird Zeit, dass die Politik endlich aufwacht und zur Kenntnis nimmt, dass dieser Trend ungebrochen die Existenz der Weidetierhaltung in Deutschland infrage stellt“, so Eberhart Hartelt (Umweltbeauftragter des Deutschen Bauernverbandes und Vorstand im Forum Natur).

Besonders betroffen von Wolfsschäden sind Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen.

Schafe werden am häufigsten von Wölfen getötet, 3444 im Jahr 2020, gefolgt von Gehegewild (248), Rindern (153) und Ziegen (92). Aber auch 13 Pferde, sieben Alpakas und zwei Herdenschutzhunde fielen Wölfen zum Opfer.

Im Vergleich zu den Vorjahren ergibt sich ein erschreckendes Bild. Wurden 2018 insgesamt 2067 Nutztiere vom Wolf getötet, waren es 2019 schon 2894 Nutztiere und 2020 insgesamt 3959 – in zwei Jahren nahezu eine Verdoppelung (+92%)! Diese Entwicklung spiegelt sich auch in Schadenszahlungen an Betroffene wider, die sich von 418246 auf 800294€ ebenfalls annähernd verdoppelten.

„Es ist beschämend, diesen Bericht zu lesen, bei dem weitgehend nur Zahlen alljährlich aktualisiert werden“, so Hartelt. Es sei nicht länger hinzunehmen, dass die fachlichen Ausführungen zur Förderung von Präventionsmaßnahmen und den Folgen aus steigenden Wolfsbeständen immer die gleichen bleiben, obwohl der Trend in der Entwicklung bei Bestand und Schäden die nahende Katastrophe überdeutlich aufzeige.

„Wir fordern politisch Verantwortliche im Vorfeld der Bundestagswahl dazu auf, sich klar zum aktiven Bestandsmanagement für Wölfe zu bekennen und dafür notwendige gesetzliche Änderungen in der nächsten Legislatur durch eine erneute Novelle der entsprechenden Gesetze anzugehen. Dass der Wolf ins Jagdrecht aufgenommen gehört, kann nur noch leugnen, wer auf einem anderen Stern lebt“, macht Hartelt deutlich.

Das Aktionsbündnis Forum Natur (AFN) ist ein Zusammenschluss aus neun Spitzenverbänden, die für wirtschaftliche und naturschützende Belange des ländlichen Raumes eintreten – Verbände der Grundeigentümer und Landnutzer (Bauern, Waldbesitzer, Gärtner, Winzer, Grundbesitzer, Jagdgenossenschaften, Jäger, Reiter und Fischer) sind überzeugt, dass nur durch nachhaltige Naturnutzung die bestehende Kulturlandschaft mit ihrer Vielfalt an Arten und Biotopen erhalten bleiben kann.

info@forum-natur.de, www.forum-natur.de

 

 

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