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RWJ 04/2019: Steigerung um 66 Prozent

Wölfe reißen 1 660 Nutztiere

Über 470 mal haben Wölfe 2017 Nutztiere angegriffen, mehr als 1.660 Schafe, Ziegen, Pferde und Rinder starben. Bei Rindern stieg der Anteil um 46 Prozent innerhalb eines Jahres. DJV sieht dringenden Handlungsbedarf und fordert eine wildökologische Raumplanung mit Wolfausschlussarealen.

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2017 fielen in Deutschland 1 667 Schafe, Ziegen, Pferde und Rinder den Angriffen von Wölfen zum Opfer. Der DJV fordert nun eine wildökologische Raumplanung. Foto: DJV/Rolfes

Nach Angaben der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) haben Wölfe 2017 genau 1 667 Nutztiere getötet oder verletzt. Das sind 55 Prozent mehr als im Jahr davor, die Zahl der offiziell erfassten Angriffe stieg sogar um zwei Drittel. Hauptsächlich betroffen sind Schafe und Ziegen, zunehmend aber auch große Weidetiere wie Rinder. Ihr Anteil stieg innerhalb eines Jahres um fast die Hälfte. Angesichts dieser drastischen Zahlen fordert der DJV eine wildökologische Raumplanung für den Wolf, die auch Wolfausschlussareale beinhaltet. Derzeit leben bereits über 1 000 Wölfe in Deutschland, innerhalb von drei Jahren wird sich ihr Bestand verdoppeln. Der DJV sieht deshalb dringenden Handlungsbedarf, damit die Zahl getöteter Schafe, Ziegen, Pferde oder Rinder nicht weiter exponentiell ansteigt.

 

Auf Basis des kürzlich vorgelegten Raumplanungskonzeptes sollten künftig in urbanen Gebieten, im alpinen Raum oder bei Weidetierhaltung mit großem Konfliktpotenzial keine territorialen Wolfsrudel geduldet werden. In Wolfsschutzarealen hingegen soll sich der Wolf unbeeinflusst entwickeln können, etwa in Naturschutzgebieten. In Wolfsmanagementarealen soll der Wolf grundsätzlich toleriert werden. Jedes Bundesland ist demnach gefordert, seinen Beitrag zum günstigen Erhaltungszustand der baltisch- osteuropäischen Wolfspopulation zu leisten und gleichzeitig nach oben einen Akzeptanzbestand für den Wolf zu definieren. Ein aktives Bestandsmanagement nach dem Vorbild der skandinavischen Schutzjagd wäre dann möglich. „Der Wolf hat in Deutschland ein Existenzrecht. ‚Willkommen Wolf‘ allein reicht aber nicht“, sagte DJV-Präsidiumsmitglied Helmut Dammann-Tamke.

 

Es sei eine gesamtgesellschaftliche Entscheidung, wie viele Wölfe Deutschland vertrage. Vor allem in Brandenburg, Niedersachsen und Sachsen fordern die zuständigen Landesminister bereits ein aktives Wolfsmanagement, weitere Länder werden folgen. Nach Ansicht des DJV sind die Wolfsvorkommen in Deutschland Teil einer baltisch-osteuropäischen Population mit mittlerweile über 8 000 Individuen, deren günstiger Erhaltungszustand zweifelsfrei gesichert ist. Damit widersprechen DJV und die Nutzerverbände im Aktionsbündnis Forum Natur dem Bundesamt für Naturschutz. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hatte sich jüngst für eine präventive Kontrolle der Wolfsbestände – unabhängig von konkreten Gefährdungen durch Wölfe – ausgesprochen. Da sich die Wolfspopulation alle drei Jahre verdoppelt, müsse diese europarechtskonform und rechtssicher für Jäger kontrolliert werden.

 

 

Weitere Informationen unter: www.dbb-wolf.de

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