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RWJ 06/2021: Jagd und Waldbau müssen passen

Neuer Entwurf zur Nationalen Waldstrategie 2050

Der Deutsche Jagdverband und weitere Verbände hatten den Erstentwurf zur Nationalen Waldstrategie 2050 des BMEL stark kritisiert und eine Überarbeitung angemahnt. Der neue Entwurf weist deutliche Verbesserungen auf.

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Nach Ansicht des DJV lässt der neue Entwurf zur Waldstrategie 2050 eine deutliche Verbesserung erkennen.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat seinen Entwurf zur Nationalen Waldstrategie 2050 überarbeitet. Nach Ansicht des DJV lässt dieser eine deutliche Verbesserung erkennen. Die im Papier für die nächsten drei Jahrzehnte festgelegten Leitlinien bieten die Chance für innovative Ansätze auch zur Lösung des Jagd-Forst-Konfliktes. Im Kapitel Waldentwicklung, nachhaltige Bewirtschaftung, Jagd des überarbeiteten Entwurfs sind in Bezug auf Wildschäden Aspekte aus der Wildbiologie und die Notwendigkeit einer Lebensraumanalyse formuliert.

Der DJV sieht im aktuellen Entwurf allerdings noch Verbesserungspotenzial, so ist das Instrument Wildtiermanagement, das neben der Jagd weitere Bereiche wie Erholung, Sport und Gesundheit verbindet, konzeptionell nicht verankert. „Für eine nachhaltige Problemlösung in der Wald-Wild-Frage ist ein Wildtiermanagement entscheidend“ so DJV-Vizepräsident Dr. Wellershoff. Zudem wird der Lebensraumgestaltung mit Blick auf finanzielle Förderungen und Möglichkeiten im Zuge von Neuaufforstungen zu wenig Bedeutung beigemessen.

Diese Punkte hat der Dachverband der Jäger im Rahmen seiner schriftlichen Stellungnahme gegenüber dem Bundesministerium nochmals verdeutlicht.

 

Stürme, Dürre und Schädlinge vernichten Wald – nicht Rehe

Der DJV und fünf weitere Organisationen hatten den Erstentwurf abgelehnt und eine gemeinsame Stellungnahme beim Bundeslandwirtschaftsministerium abgegeben.

Nach Auffassung des Verbandes war der skizzierte Lösungsversuch eindimensional, es fehlte eine fachlich korrekte Ursachenanalyse von Wildschäden.

Die Autoren der Waldstrategie 2050 reduzierten Schalenwild auf die Rolle eines Störfaktors, wonach allein die Jagd als Lösungsinstrument priorisiert, der Waldbau als Lebensraumgestalter im Sinne einer Wildschadensprävention aber nicht berücksichtigt wurde.

In Zeiten des Klimawandels mit vermehrten Schäden und dem Verlust von Baumbeständen stellen Aufbau und Erhalt der Wälder eine besondere Herausforderung dar. Alle Nutzergruppen aus Forstwirtschaft, Jagd, Naturschutz und Freizeit müssen daran beteiligt werden. Wie schon in der Waldstrategie 2020 legt das BMEL in der Waldstrategie 2050 Leitlinien für den Natur- und Wirtschaftsraum Wald fest, um diverse Schutz- und Nutzfunktionen der Wälder für die Zukunft zu sichern. Die nationale Waldstrategie hat keine Gesetzes- Kompetenz, sondern empfehlenden Charakter.

 


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