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RWJ 02/2019: Waschbär, Marderhunde und Mink auf dem Vormarsch

Neozoen breiten sich aus

Waschbären kamen 2017 in mehr als der Hälfte der Reviere in Deutschland vor – eine Verdopplung in elf Jahren. Der DJV fordert ein Bekenntnis zur Fallenjagd, um die EU-Vorgaben für invasive Arten zu erfüllen – denn die Neubürger wirken sich zum Teil verheerend auf andere Tierarten aus.

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Waschbären haben ihr Verbreitungsgebiet in Deutschland in sieben Jahren nahezu verdoppelt, v. a. in Ostdeutschland und Hessen sind die Kleinbären aktiv. Foto: Mross/DJV

Der aus Nordamerika stammende Waschbär breitet sich seit wenigen Jahren rasant aus in Deutschland. Im Vergleich zu 2006 hat sich das Verbreitungsgebiet bundesweit mehr als verdoppelt: Über 56 Prozent der Jagdreviere meldeten 2017 sein Vorkommen. Besonders häufig ist er im Osten Deutschlands: Jäger aus Sachsen-Anhalt haben ihn in 94 Prozent der Reviere gesichtet, gefolgt von Brandenburg (89 Prozent), Sachsen (76 Prozent) und Mecklenburg- Vorpommern (68 Prozent). Sehr häufig ist der Waschbär auch in Hessen (86 Prozent), wo er bereits 1934 am Edersee ausgesetzt wurde. Besonders drastisch ist die Ausbreitung des Kleinbären in Sachsen – innerhalb von 11 Jahren hat er sein Areal bis 2017 um das 4,5-Fache (plus 345 Prozent) erweitert. Mecklenburg-Vorpommern folgt mit plus 323 Prozent, dann kommt Sachsen-Anhalt mit einem Plus von 117 Prozent. Insgesamt haben sich am Monitoring Reviere mit einer Gesamtfläche von knapp 13 Mio. Hektar beteiligt – 40 Prozent der gesamten Jagdfläche Deutschlands. Damit ist das Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD) einzigartig in seiner Dimension. Initiiert hat es der DJV gemeinsam mit seinen Landesjagdverbänden vor fast zwei Jahrzehnten.

 

Fallenjagd notwendig

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Die Europäische Union fordert in der Liste für invasive Arten ein gezieltes Management – u. a. für den Waschbär. Lebendfang und Abschuss empfehlen die Experten als probate Mittel. Laut WILD-Monitoring wurden 36 Prozent der erlegten Waschbären 2017 mit Fallen gefangen. Vor diesem Hintergrund fordert der DJV ein klares Bekenntnis von Politik und Naturschutzlobby zur Fallenjagd. Ohne diese ist die von EU-Seite geforderte effektive Reduktion der Waschbärbestände nicht möglich. Zudem braucht es bundeseinheitliche Standards für die Umsetzung der EU-Verordnung zum Management invasiver Arten. Waschbären kennen keine Ländergrenzen, deshalb sollten Einschränkungen der Fallenjagd, etwa das Komplettverbot in Berlin, generell aufgehoben werden. Dies gilt auch für Schonzeiten, etwa in Hessen. Der Elterntierschutz ist laut DJV ausreichend.

 


Marderhund im Osten unterwegs

Der ursprünglich aus China stammende Marderhund hat sein Verbreitungsgebiet innerhalb von 11 Jahren um 70 Prozent erweitert. 2017 haben Jäger den Säuger in 36 Prozent der deutschen Reviere nachgewiesen. Schwerpunkt des Vorkommens bilden die ostdeutschen Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern (91), Brandenburg (86) und Sachsen-Anhalt (68 Prozent der Reviere). In Sachsen-Anhalt entspricht der Wert nahezu einer Verdoppelung gegenüber 2006. Besonders schnell verbreitet sich der Marderhund im Stadtstaat Bremen – sein besiedeltes Areal hat sich in 11 Jahren um das Achtfache (plus 677 Prozent) ausgedehnt. Jäger haben ihn 2017 bereits in 44 Prozent der Reviere angetroffen.

 


Mink auf Gewässer spezialisiert

Der seltenste invasive Säuger ist der Mink (amerikanischer Nerz) – nur in etwa sieben Prozent der Reviere konnten Jäger die wassergebundene, sehr scheue Art bundesweit nachweisen, er ist v. a. im Nordosten Deutschlands entlang der Elbe verbreitet. Folglich melden Jäger in Sachsen- Anhalt und Brandenburg seine Anwesenheit in etwa 23 Prozent der Reviere, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern (19 Prozent). Dort ist der Mink östlich der Müritz verbreitet. Innerhalb eines begrenzten Gebietes können Minke bis 50 Prozent ausgewachsener Wasservögel – und bis zu 90 Prozent der Küken erbeuten ! Zur Bejagung sind Fallen unerlässlich, denn laut WILD-Monitoring wurden über ein Viertel der erlegten Tiere gefangen.


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