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RWJ 01/2023: Wolfsmanagement

LJV begrüßt EU-Resolution

Das EU-Parlament forderte die Europäische Kommission dazu auf, den Schutzstatus des Wolfes in der FFH-Richtlinie herabzustufen.

Wolfsrudel

Nahezu gebetsmühlenartig verweisen zuständige Landesministerien beim Ruf nach einem Eingriff in sich immer weiter ausbreitende Wolfsrudel auf den „höchstmöglichen Schutzsta-tus“, den die EU dieser Art bescheinige. In diese Diskussion kommt (endlich) Bewegung ...

In einer ersten Reaktion bezeichnete LJV-Präsidentin Nicole Heitzig die jüngste EU-Resolution zum Wolfs- -management als einen Schritt in die richtige Rich-

tung. „Europaweit und auch in NRW wachsen die Wolfspopulationen konstant an. Europa, die Bundesrepublik Deutschland und auch das Land NRW sind gleicher-maßen aufgerufen, den Rechtsrahmen für ein Wolfsmanagement zu schaffen, das der Situation angemessen ist und auch Akzeptanz im betroffenen ländlichen Raum findet“, so Heitzig.

Das Europäische Parlament hatte Ende November die EU-Kommission in

einer Resolution aufgefordert, die Wolfsstrategie neu zu bewerten und die ansteigenden Bestände zu berücksichtigen. Demnach soll u. a. umgehend ein Verfahren in Gang gesetzt werden, das zum Ziel hat, den Schutzstatus des Wolfes in der FFH-Richtlinie von streng geschützt auf geschützt herabzustufen.

Wolfs-übergriffe

In weiten Teilen Deutschlands leiden Weideviehhalter unter immer massiveren Wolfs-übergriffen, entlang von Deichen oder auf Almen entstehen dadurch unlösbare Probleme. | Foto: Canva

Ziel ist es, den Wolf stärker zu regulieren, da er nicht mehr vom Aussterben bedroht ist. Die Resolution ist nicht bindend, der Deutsche Jagdverband (DJV) wertet sie aber als richtungsweisend.

Aktuell veröffentlichte Zahlen des Bundesamtes für Naturschutz belegen, dass die Wolfsbestände in Deutschland weiter anwachsen – und damit auch die Risse von Schafen, Pferden und Kühen. „Die EU-Kommission muss jetzt entsprechend handeln und den Mehrheitsbeschluss der gewählten Vertreter aus den Mitglieds-staaten berücksichtigen“, sagte DJVVizepräsident Helmut Dammann-Tamke.

Die Resolution zielt u. a. auf eine wirksame Unterstützung der Weidetierhaltung ab und fordert auch eine Überarbeitung des Schutzstatus des Wolfes in Europa. Einen Änderungsantrag, die Jagd als Managementinstrument unter den Aus-nahmen nach Artikel 16 der EUNaturschutzrichtlinie zu verbieten, wurde erfreulicherweise abgelehnt.

Der DJV fordert die Bundesregierung auf, das Signal aufzunehmen und die Weichen für ein „regional differenziertes Bestandsmanagement“ jetzt zu stellen – wie es schließlich auch im Koalitionsvertrag festgeschrieben ist.

Der DJV weist darauf hin, dass dies schon jetzt EU-rechtskonform möglich ist und fordert darüber hinaus eine Herabstufung des vor 30 Jahren festgelegten Schutzstatus für den Wolf. Dieser müsse sich an den seither dramatisch angewachsenen Beständen orientieren. So gilt der Wolf nach Angaben der Weltnaturschutzunion IUCN in Europa heute mit rund 19000 Tieren als ungefährdet.

Laut DJV braucht Deutschland eine ökologische Raumplanung für den Wolf. Rudel dürften sich im urbanen Bereich, entlang von Deichen oder in alpinen Bereichen nicht ansiedeln.

Sollten Sorgen und Ängste der betroffenen Bevölkerung weiter ignoriert werden, geht die Akzeptanz für den Wolf weiter verloren. Bereits heute leben etwa in Brandenburg (Bundesland mit den meisten Rudeln) mehr Wölfe als im 18-mal größeren Schweden!


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