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RWJ 04/2020: Letzte Meldung

Jagd muss auch in Corona-Zeiten weiter gehen

Jäger müssen von Einschränkungen wie Ausgangssperren ausgenommen sein. Sonst drohen zudem Ernteausfälle durch Wildtiere – so die Botschaft eines DJV-Eilbriefs an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner.

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Die riesige ASP-Gefahr (Ende März kam es erstmals zu einem Ausbruch bei Haus­schweinen in Westpolen 65 km vor der deutschen Grenze !) zwingt Jäger auch weiter zur intensiven Bejagung der Sauen – trotz aller Corona-Einschränkungen ! Foto: M. Breuer

Das Corona-Virus legt immer weitere Teile des öffentlichen Lebens lahm. In einem Eilbrief an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner machte DJV-Präsident Dr. Volker Böhning Ende März deutlich, dass Jäger wegen ihrer gesellschaftlich relevanten Aufgaben generell von weitergehenden Beschränkungen ausgenommen werden müssten. „Eine etwaige Ausgangssperre würde etwa die Jagd auf Wildschweine unmöglich machen – und damit auch den Kampf gegen die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest“, sagte Dr. Böhning. Diese sei nur noch wenige Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Eine Verbreitung der Tierseuche hätte gravierende wirtschaftliche Folgen für die deutsche Landwirtschaft. Das Friedrich- Loeffler-Institut stuft das Risiko eines Eintrags der Seuche durch Wildschweine aus Westpolen und Belgien als hoch ein.

 

 

Jagd verhindert Ernteausfälle

Der DJV-Brief ging auch an Bundesinnenminister Horst Seehofer und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Darin erläutert der Verband, dass das Infektionsrisiko für Jäger bei der Einzeljagd vom Hochsitz aus extrem gering sei. Diese Form der Jagd sei beginnend mit der Aussaat von Sommerkulturen enorm wichtig. Wildschweine und andere Wildtiere würden sonst große Schäden in Mais, Raps und Getreide verursachen, gravierende Ernteausfälle wären die Folge. Jäger tragen unmittelbar zur systemrelevanten Daseinsvorsorge bei, indem sie Wildschäden auf Wiesen und Feldern verhindern.

 

 


Hochwasserschutz durch Jagd

Die Jagd auf invasive gebietsfremde Arten sei ebenfalls erforderlich, um teils erhebliche Schäden zu verhindern. Aus Südamerika stammende Nutrias etwa vermehrten sich stark. Sie unterhöhlen Entwässerungsgräben oder Deiche und gefährden damit den Hochwasserschutz. Aus Tierschutzgründen sind Nachsuchen mit Jagdhunden nach Wildunfällen regelmäßig erforderlich – alle zweieinhalb Minuten passieren Wildunfälle in Deutschland. Jäger sind gesetzlich verpflichtet, für einen gesunden, artenreichen Wildbestand zu sorgen. Wildschäden in Wald und Feld sollen sie per Gesetz durch Jagd eindämmen. Sie müssen zudem im Zuge der Seuchenprävention und -bekämpfung mit Behörden eng zusammenarbeiten.

 

DJV


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