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RWJ 03/2021: Trophäenjagd

Gänzlich anders als ihr Ruf

Führen Jagdverbote zu mehr Schutz für Elefant und Löwe, stimmt es, dass Jagdtourismus zur Ausrottung selten gewordener Tierarten beiträgt? CIC und DJV stellen ein Frage-Antwort-Papier zur Auslandsjagd vor

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Die Jagd auf exotische Tierarten in Afrika oder Asien polarisiert noch weitaus mehr als die Bejagung heimischer Wildtiere. Wer im Ausland waidwerkt, muss sich von gewissen zeitgenossen Neo-Kolonialismus ebenso vorwerfen lassen wie die Ausrottung seltener Tierarten.

 

Um Jäger in dieser aufgeladenen Situation sprechfähig zu machen, veröffentlichen der Internationale Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) in Deutschland und der DJV Antworten auf die häufigsten Fragen rund um das Thema Auslandsjagd.

 

Gemeinsames Ziel:

Eine Versachlichung der stark emotionalisierten Debatte um Jagdverbote oder Importbeschränkungen für Jagdtrophäen. Den Fragenkatalog finden Sie online unter www.jagdverband.de

Dabei geht es etwa um Fragen, ob Jagd im Ausland nicht ein Relikt der Kolonialzeit sei oder ob Fototourismus nicht eine Alternative zur Jagd sein könnte.

 

Außerdem wird geklärt, unter welchen Umständen auch bedrohte Arten bejagt werden können – nämlich wenn alte Tiere, die nicht mehr am Reproduktionsprozess teilnehmen, freigegeben werden oder inwiefern die Menschen in den afrikanischen oder asiatischen Staaten die Jagd durch Europäer oder Amerikaner in ihren Ländern sehen.

 

 

 

Verbote verhindern Artenschutz

Verbote der Jagd oder Einfuhrbeschränkungen für Trophäen untergraben den Nutzen regulierter Jagd für den Artenschutz und gefährden die Lebensgrundlage der Menschen, die in direkter Nachbarschaft leben mit Löwe, Elefant oder Nilpferd. Die eigentlichen Gefahren für Wildtiere sind Wilderei und Lebensraumverlust – Jagdverbote verschärfen diese. Leicht verständlich zeigen CIC und DJV anhand verschiedener Fallbeispiele, welchen Beitrag nachhaltige, regulierte Jagd für den Schutz von Arten, ihrer Habitate und der Menschen vor Ort leistet.

 

Das Frage-Antwort-Papier wird laufend aktualisiert und ist hier sowie auf der neuen Internetpräsenz des CIC zu finden. Wie brisant das Thema ist, zeigt ein aktueller Artikel in der englischen Tageszeitung The Guardian. Adam Hart, Nichtjäger und Professor für Kommunikationswissenschaften an der Universität Gloucestershire, wird darin mit folgenden Worten zitiert:

„Viele Naturwissenschaftler haben Angst, sich an dieser Debatte zu beteiligen, da sie völlig vergiftet ist. Ich wurde schon als Marionette der Jagdindustrie bezeichnet, was absoluter Quatsch ist. Integre Wissenschaftler werden diffamiert, wenn sie aufzeigen, warum Jagdverbote zum Verlust von Wildtierbeständen führen.“


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