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Aus RWJ 09/2020

Freilaufende Katzen bedrohen die weltweite Artenvielfalt

Eine neue Studie zeigt: Verwilderte Hauskatzen richten in der Tierwelt erhebliche Schäden an. Der DJV forderte zum Weltkatzentag (8. August) eine generelle Melde- und Kastrationspflicht, um unkontrollierte Fortpflanzung zu verhindern.

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Viele Vögel, kleine Säugetiere und Reptilien fallen verwilderten Hauskatzen zum Opfer.

Verwilderte Hauskatzen bedrohen Wildtiere weltweit auf verschiedene Weise. Sie schaden der globalen Artenvielfalt durch räuberisches Verhalten, Furchteffekte, Rivalität, Krankheiten und Kreuzungen. Darauf weisen die Autoren eines Artikels im People and Nature Journal hin (herausgegeben von der British Ecological Society). Internationale Abkommen verpflichteten Regierungen, den Aktionsradius von Hauskatzen zu beschränken und verwilderte Katzen zu entfernen, doch viele Halter kommen diesen Verpflichtungen nicht nach. In Deutschland fallen nach DJV-Hochrechnungen jährlich mind. 100 Mio. Vögel sowie 300 Mio. kleine Säugetiere und Reptilien verwilderten Hauskatzen zum Opfer. Der DJV fordert deshalb eine bundesweite Kastrationsund Kennzeichnungspflicht nach dem Paderborner Modell.

 

Mit rund 14,8 Mio. Tieren sind Katzen hierzulande das beliebteste Haustier, dazu kommen rund 2 Mio. herrenlose Streuner. Das große Problem besteht darin, dass sich Freigänger mit verwilderten Artgenossen fortpflanzen und diese unbemerkt Junge zur Welt bringen. Durchschnittlich paaren sich Katzen zweimal im Jahr. Aus einem Wurf überleben in freier Wildbahn etwa drei Junge. Einem linearen Rechenmodell zufolge hat ein verwildertes Hauskatzenpärchen in nur sieben Jahren etwa 420 000 Nachkommen. Die neue Generation Streuner ist sehr scheu, entzieht sich komplett dem Einfluss der Menschen und ist in den meisten Fällen nicht sozialisierbar. Das macht einen Aufenthalt im Tierheim oder eine Vermittlung an Tierfreunde unmöglich.

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