Seite 1

RWJ 06/2020: Waldstrategie 2050

DJV kritisiert Forstpolitik scharf

Der Wissenschaftliche Beirat für Waldpolitik berät die Bundesregierung und stellte eine Einschätzung zu erforderlichen waldbaulichen Maßnahmen in den kommenden Jahren und Jahrzehnten vor.

 

Im Kapitel Wald und Wild argumentiert er, dass überhöhte Schalenwildbestände die Naturverjüngung und Aufforstungen erschweren. Manche Jäger seien nicht an einer Reduktion der Wildbestände zur Unterstützung des Waldumbaus interessiert.

 

Diese Haltung stößt bei Jägern auf breite Ablehnung. Mit fünf weiteren Organisationen hat der DJV dazu eine Stellungnahme abgegeben. Darin zeigt er sich enttäuscht, dass zahlreiche inhaltlich fundierte Vorschläge für den Waldumbau bisher keinen Eingang in den Entwurf fanden.

 

Auch die Vorgehensweise kritisiert der DJV – viele Punkte seien vage formuliert und könnten gar Gesetzesänderungen nach sich ziehen. Damit drohe eine Schwächung des Reviersystems oder verpflichtende Verbissgutachten. Der DJV fordert eine Betrachtung des gesamten Ursachenkomplexes für Wildschäden. Vielerorts dominieren äsungsarme Waldstrukturen, der Freizeit- und Bejagungsdruck ist hoch. Ein Umbau der Wälder könne daher nur mit einem abgestimmten Konzept aller Akteure gelingen.

 

Aufforstungsflächen müssten Jäger als Partner der Waldbesitzer schwerpunktmäßig stärker bejagen. Die Forstwirtschaft müsse im Gegenzug mehr in Schutz und Pflege von Jungbäumen investieren. Gleichzeitig benötigten Wildtiere Ruhezonen, wo Jagd, Tourismus und Forstwirtschaft eingeschränkt werden.

 

Sonderweg in NRW

In NRW gehen Jäger diesen Weg bereits in enger Abstimmung mit den Waldbauern für eine gemeinsame Zukunft von Wald und Wild. Dazu unterzeichnete der LJV gemeinsam mit Nutzerverbänden ein Konzeptpapier zur Wiederbewaldung der riesigen Kahlflächen.


Aktiv nur für Mitglieder!

Bitte melden Sie sich an, oder werden Sie Mitglied.