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RWJ 08/2020: Britische Promis missachten Menschenrechte

Das Gegenteil von gut ... ist gut gemeint

Vertreter afrikanischer Dörfer und Kommunen werfen Prominenten in Großbritannien vor, ihre Menschenrechte zu verletzen.

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Zahllose Menschen im südlichen Afrika leben vom Jagd-Tourismus.Ein Verbot würde sie vor existenzielle Probleme stellen.

In einem offenen Brief warnen sie vor den Auswirkungen einer britischen Anti-Jagd-Kampagne auf den Wildtierschutz und die Lebenssituation der Landbevölkerung Afrikas. CIC und DJV teilen die Sorge um eine neue Form des Kolonialismus, die auch bei deutschen Tierrechtsorganisationen weit verbreitet ist. Britische Berühmtheiten wie Popsänger Ed Sheeran oder James-Bond-Darstellerin Judi Dench (M) nutzen ihren VIP-Status zur Unterstützung einer Kampagne gegen die Jagd weltweit. Über 50 Repräsentanten aus sieben Ländern Südafrikas fordern die Prominenten in einem offenen Brief nun direkt auf, „ihre Popularität nicht mehr dazu einzusetzen, die Rechte der armen Bevölkerung mit Füßen zu treten und dadurch den Wildtierschutz im südlichen Afrika aufs Spiel zu setzen“.

 

 

Neokolonialistische Kampagne

Der CIC in Deutschland und der DJV warnen vor ähnlichen neokolonialistischen Kampagnen und Petitionen deutscher Tierrechtsorganisationen, durch die erfolgreiche Artenschutzmodelle und Einkommen in strukturschwachen Regionen der Welt gefährdet werden.

 

In dem offenen Brief wird klargestellt, dass durchschnittlich 50 bis 90 Prozent der wirtschaftlichen Anreize zum Wildtierschutz aus nachhaltiger, regulierter, humaner und wissenschaftlich überwachter Jagd stammen. Dies führte im südlichen Afrika zu einem Anstieg von Wildtierbeständen und der Erweiterung ihrer Lebensräume um 80 Prozent.

 

 


Naturschutz-Erfolge durch Jagd

Die Unterzeichner wie Bürgermeister aus Botswana und Sprecher von CAMPFIRE- und Conservancy-Projekten in Simbabwe und Namibia verlangen ein Ende der Verunglimpfung ihrer weltweit anerkannten Naturschutz-Erfolge und die sofortige Anerkennung ihres grundlegenden Menschenrechts auf nachhaltige Nutzung ihrer natürlichen Ressourcen, von denen die Lebensgrundlagen ihrer Bevölkerung abhängt – alles andere würde bedeuten, die Rechte von Tieren über die Rechte der Afrikaner zu stellen.

 

Die Kampagne flankierend, ließ die britische Naturschutzbehörde DEFRA im Frühjahr 2020 mit einer öffentlichen Konsultation den Im- wie Export von Jagdtrophäen prüfen. CIC und DJV haben an dieser Umfrage teilgenommen, da eine Option ein vollständiges Ein- und Ausfuhrverbot für Jagdtrophäen vorsieht. Deutsche Jäger wären dadurch betroffen, sie dürften dann etwa Hirschgeweihe oder Fell aus Schottland nicht mehr nach Deutschland einführen.


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